2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/310.md

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5.3
Das Belastungs-Bewältigungs-Paradigma
Die Konzepte von Coping, Empowerment, Ressourcenaktivierung und
Partizipation sind Grundelemente des Belastungs-BewältigungsParadigmas. Es beschreibt die Situation der sich in einer Lebens- bzw.
Systemkrise um Unterstützung bemühenden Menschen unter dem
Aspekt der Beziehung zwischen Anforderungen der äußeren Umwelt
(Belastungen) und persönlichen bzw. systemischen Antworten
(Bewältigungsversuche). Stress ist das Belastung und Bewältigung
verbindende dritte Element dieses Paradigmas. Er entsteht, wenn in
einer Anforderungssituation das psychische Gleichgewicht einer
Person bzw. eines Systems signifikant gestört ist und zusätzliche,
bislang im Hintergrund bestehende oder neue Ressourcen mobilisiert
werden müssen, damit sie gemeistert werden können.
Als theoretisches Konstrukt wird Stress durch drei Komponenten
bestimmt:
die als Stressoren bezeichneten Einflüsse der Umwelt auf das
System;
die Wahrnehmung und Bewertung der Stressoren hinsichtlich
des Schweregrades der Verstörung;
die Antwort des Systems zu ihrer Bewältigung, die im Rahmen
des Belastungs-Bewältigungs-Paradigmas als Coping bezeichnet
wird.
Ob das angestrebte Coping gelingt, bleibt zunächst offen. Anfängliche
Ungewissheit
über
den
Erfolg
bzw.
Misserfolg
des
Bewältigungshandelns gehört zur Erfahrung jeder Stresssituation.
Weder die Anforderungen der Umwelt noch die Antworten eines
Systems sind objektive Größen. Es hängt von der jeweiligen
Bedeutungszuschreibung des mit einer Anforderung konfrontierten
Systems ab, ob und in welchem Grade eine Anforderung als Stress
erfahren wird. Diese Bedeutungszuschreibung speist sich aus den zur
Verfügung stehenden Ressourcen für die Aufgabenbewältigung. Kann
ich auf stützende soziale Netzwerke, eine gute Gesundheit, ein hohes