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5.2.5 Soziale Probleme, Problemlagen und auf sie bezogene
Interventionsstrategien
Soziale Arbeit hat es in den meisten Arbeitsfeldern mit Problemen zu
tun. Für die Systemtherapie trifft das in noch größerem Maße zu. Das
kann den Blickwinkel im Sinne einer Defizitorientierung einschränken
und verführt die Helferinnen dazu, Hilfeangebote mit den Defiziten
und nicht den Entwicklungschancen des nachfragenden Systems zu
begründen. Nur mit einer konsequenten Ressourcenorientierung kann
die systemische Soziale Arbeit dieser Verführung widerstehen.
Staub-Bernasconi (1994, S. 14 ff.) hat vier unterschiedliche
Problemlagen benannt. Ich verbinde jede von ihnen mit den zu ihnen
passenden, von Lüssi herausgearbeiteten Handlungsformen der
Sozialen Arbeit.10
Ausstattungsprobleme: In diesem Fall sind keine ausreichenden
Zugänge zu den gesundheitsfördernden materiellen und
kommunikativen Ressourcen der Gesellschaft vorhanden.
Gesundheit ist als körperliches, psychisches und geistiges
Wohlbefinden zu verstehen, das zugleich Voraussetzung und
Resultat
eines
gelingenden
Alltags
ist.
Zu
dieser
Problemkategorie gehört vordringlich die Problemlage Armut.
Die entsprechende Handlungsform der Sozialen Arbeit ist die
„Beschaffung“: „Von Beschaffung sprechen wir da, wo der
Sozialarbeiter einer Person oder Personengruppe (z. B. einer
Familie) Geld, eine Sache, Arbeit, Ausbildung oder irgendeine
Dienstleistung verschafft. Er kompensiert damit ein soziales
Defizit, und zwar eines, das sich auf die Bedürfnisobjekte
Unterkunft, Nahrung, Gebrauchsdinge, Geld, Erwerbsarbeit
oder Betreuung bezieht“ (ebd., S. 443). Im Sinne einer
systemischen Sozialen Arbeit gilt es, bei der „Beschaffung“ die
Doppelperspektive
von
Inhaltsund
Beziehungsaspekt
(Watzlawick et al. 1972) und die mit materiellen Werten
verbundene Beziehungssymbolik (Goldbrunner 1991) zu
beachten. Ein Angebot an materiellen Hilfen ist eben nicht nur