2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/296.md

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Geborgenheit in der Welt führt, das die eigene
Handlungsfähigkeit sichert. Mit System bezeichnet Habermas
den abstrakt bleibenden Bereich funktionaler Zusammenhänge,
der nur über distanzierte Beobachtungen, quasi aus der
Vogelperspektive, begriffen werden kann. Hier geht es nicht um
das subjektiv erlebte Handeln, sondern um die Einordnung
dieses Handelns in den größeren Zusammenhang einer
gesellschaftlichen Organisation. Aus deren Sicht ist das
subjektive Handeln abhängig von den sozialen Rollen-,
Funktions- und Statuszuweisungen und dient der Stabilität des
Systems. Im System geht es um Rationalität und
Zweckbestimmung, in der Lebenswelt um kommunikative
Verständigung.9
„Die Handlungssituation bildet für die Beteiligten jeweils das
Zentrum ihrer Lebenswelt; sie hat einen beweglichen Horizont,
weil sie auf die Komplexität der Lebenswelt verweist. In
gewisser
Weise
ist
die
Lebenswelt,
der
die
Kommunikationsteilnehmer angehören, stets präsent; doch nur
so, dass sie den Hintergrund für eine aktuelle Szene bildet.
Sobald ein solcher Verweisungszusammenhang in eine Situation
einbezogen, zum Bestandteil einer Situation wird, verliert er
seine Trivialität und fraglose Solidität“ (Habermas 1988, Bd. 2,
S. 188; Hervorh. im Orig.).
Die je eigene Lebenswelt zeigt sich in dem vertrauten Feld alltäglicher
kommunikativer Handlungen und deren selbstverständlicher
Sinnhaftigkeit. Die systemische Soziale Arbeit ist immer dann
gefordert, wenn die Handlungsfähigkeit von Menschen und ihrer
Bezugssysteme gestützt und entwickelt werden muss, weil
Vertrautheit und Selbstverständlichkeit zerbrochen sind. Die dann
notwendige Selbstthematisierung und Metakommunikation bedarf
eines Anstoßes und der Unterstützung von außen; das ist die
Funktion der Sozialen Arbeit.