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Habermas betont, dass den Menschen in ihrer Lebenswelt ein „Vorrat“ an Wissen, Werten und Deutungsmustern gegenübertritt, der in ihrer Kultur von Generation zu Generation tradiert, verändert und weiterentwickelt wird. Deutungsmuster sind vor allem im Bereich der Kommunikation wichtig, denn ausgehend von ihnen schaffen sich die Menschen ihre subjektiven Bedeutungszuweisungen für das eigene Denken, Fühlen und Handeln und das der sozialen anderen. Im Kontext ihrer Lebenswelt sind die Menschen an diesem Entwicklungsprozess beteiligt. Sie werden in einem kulturellen Kontext sozialisiert, übernehmen dessen Angebote und verändern sie im Prozess der Übernahme für sich selbst. Dieser Übernahmeprozess ist zugleich ein Austauschprozess. Menschen übereignen ihrer Lebenswelt die von ihnen entwickelten kognitiv-affektiven Schemata in symbolischen und symbolisch-materiellen Formen.7 Dadurch werden sie Teil des kulturellen Prozesses. Dort präsentieren sie sich wiederum als Angebote für die einzelnen Lebenswelten und die in ihnen sozialisierten und kommunikativ handelnden Menschen. In diesem Sinne lassen sich die beschriebenen Austauschprozesse als fortdauernde zirkuläre Prozesse zwischen Kultur, Lebenswelten und Personen modellieren.8 Habermas führt auch die Unterscheidung zwischen Lebenswelt und System ein. Die Lebenswelt ist der Raum des alltäglichen Handelns, der Unmittelbarkeit und der konkreten sozialen Kontakte. In ihr kann sich eine Person als kompetent erleben, soziale Situationen in ihrem Sinne interaktiv zu beeinflussen und zu gestalten. Das gegenteilige Gefühl der sozialen Ohnmacht wurde in der klinischen Psychologie als „erlernte Hilflosigkeit“ beschrieben (Seligman 1983) und zeigt eine Störung dieser kommunikativen Selbstverständlichkeit an. Unter dem Gesichtspunkt des Systems erweist sich dieses Gefühl eines eigenen sozialen Einflusses als notwendige Fiktion. Notwendig deshalb, weil sie zu einem Gefühl existenzieller Sicherheit und