2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/291.md

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Auf der Ebene der Sozialpolitik handelt es sich um den Widerspruch zwischen dem Wunsch der Wirtschaft nach möglichst niedrigen Kosten und den Interessen der Bürgerinnen hinsichtlich guter Einkommensverhältnisse, Konsumchancen und Mitspracherechte. Dem Staat fällt hier die Mittlerposition zu: Einerseits benötigt er als demokratischer Staat eine möglichst große Akzeptanz durch seine Bürgerinnen, andererseits muss er den Profitinteressen der kapitalistischen Ökonomie Rechnung tragen. Die von Müller-Armack und Erhardt entwickelte und seit 1948 zur Grundlage der westdeutschen Gesellschaft erhobene soziale Marktwirtschaft (Ambrosius 1977) entspricht dieser Mittlerposition des Staates. Auf der Ebene der Sozialen Arbeit geht es um den Widerspruch zwischen Angebot und Eingriff. Auf den Ebenen der Sozialisation und damit auch von Familien als Auftraggeberinnen hinsichtlich der Sozialen Arbeit geht es um den Widerspruch zwischen ökonomisch forciertem Konsumbedürfnis und im Rahmen der Sozialisation gefordertem Bedürfnisaufschub, zwischen individuellen Freiheitswünschen und gesellschaftlich notwendigen Beschränkungen des persönlichen Egoismus.