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5.2.1 Lebenslagen und Handlungsspielräume

Lebenslage ist ein zentraler Begriff in der Theoriebildung zur Sozialen Arbeit (vgl. Böhnisch 1982). In meinem Verständnis bezeichnet er das Zusammenspiel mehrerer für jede persönliche Existenz maßgeblicher psychosozialer Strukturen, die den einzelnen Menschen mit seiner sozialen Umwelt verbinden. Diese werden in zentralen Lebensbereichen aufgrund unterschiedlicher sozialer Teilhabechancen unterschiedlich genutzt und entwickelt. Solche psychosozialen Strukturen sind: Das Geschlecht unter der Gender-Perspektive. Abschnitte des persönlichen Lebenszyklus wie Kindheit und Jugend unter der Perspektive primärer und sekundärer Sozialisation; das Lebensalter der Erwachsenen unter der Perspektive tertiärer Sozialisation und Erwerbstätigkeit; das Alter als Ruhestand, Zeit zunehmender körperlicher Einschränkungen und letzter Lebensabschnitt. Die unterschiedlichen privaten Lebensformen: Väter, Mütter und Kinder im Kontext einer Kernfamilienkonstellation, eine Familie mit allein erziehender Mutter bzw. allein erziehendem Vater oder eine Stieffamilie oder die nicht an eine Familie gebundene private Lebensform des Singles oder des Paares ohne Kinder. Die Kombination dieser psychosozialen Strukturen markiert spezifische Lebenslagen, z. B. werden Geschlecht, Abschnitt des Lebenszyklus und eine spezifische Lebensform miteinander verknüpft. Es entsteht dann z. B. die Lebenslage eines allein lebenden Mannes ohne Bindungsprioritäten, einer allein erziehenden Mutter, die sich sozial als Mutter und Frau orientieren muss, die Lebenslage einer durch das Zusammenleben von Eltern und Kindern charakterisierten Kernfamilie oder die Lebenslage Kindheit in einer Stieffamilie. Jede Lebenslage ist mit vielfältigen Werten, Rollenanforderungen und Entwicklungsaufgaben verbunden. Das beinhaltet Chancen und Risiken für die Entwicklung der Beziehungssysteme und der in sie