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positiver Bedeutung und des eigenen Wertes. Willi hat darauf
hingewiesen, dass die Kinder ebenfalls aktiv an der Konstruktion und
Übernahme sinnvoller Delegationen teilhaben und damit ihr
persönliches Wachstum mit dem der Eltern und der Familie verbinden
(Willi 1985).
Aufträge können das Kind aber überfordern, wenn sie:
widersprüchlich sind (z. B. „Bleib hier und werde
selbstständig“);
nicht seinen u. a. altersabhängigen Ressourcen entsprechen (z.
B. wenn ein sechsjähriges Kind der Seelentröster des
Elternteiles sein soll, der von dem anderen vernachlässigt wird);
es zu Koalitionen mit einem Elternteil gegen andere
Familienmitglieder (meistens den anderen Elternteil) zwingen;
dann
spricht
Stierlin
von
einer
„Entgleisung
des
Delegationsprozesses“ (Stierlin 1982, S. 31 f.).
Werden die Kinder durch widersprüchliche oder unerfüllbare Aufträge
chronisch überlastet, verkehrt sich die positive Grundtönung der
Delegation in ihr Gegenteil.
Das gilt auch für die Aufträge der Kinder an ihre Eltern. Wenn
Wünsche der Kinder nach Regression, Versorgung und Sicherheit
über den entwicklungspsychologisch angemessenen Zeitraum
hinausgehen und ihr Eigenbeitrag hierzu gegen null tendiert, werden
die Eltern überfordert. Dann kommt es zu einer Entgleisung der von
den Kindern an die Eltern gerichteten Delegation: Aus
Helfern/Helferinnen für den „Sprung ins Leben“ werden
Krankenschwestern, Polizisten oder Alleinunterhalter. Das heißt, die
Eltern werden im Prozess der bezogenen Individuation zu Delegierten
ihrer Kinder; diese Seite ist bisher zu wenig beachtet worden.13