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Wasser nicht mehr frei fließen kann“ (Selvini Palazzoli in Barrows
1983, S. 265). Die Facetten des kommunizierten problematischen
Themas und die Vielzahl der familiären Situationen, in denen es
kommuniziert wird, drosseln die vitale Dynamik des Systems. Je mehr
dies geschieht, desto schneller wird die negative Eigendynamik
jeder neue Stein, jeder neue Ast erreicht, dass immer weniger
Wasser fließt und exponentiell immer weniger neu ankommende
Steine und Äste weggeschwemmt werden. Der Prozess der
Blockierung beschleunigt sich also, bis diese z. B. in einer
psychiatrisch beschreibbaren Symptomatik offenkundig wird. Die
diesen Prozess gestaltenden und erfahrenden Generationen setzen
zugleich die Suche nach Lösungen in Gang. Um im Bild zu bleiben:
Sie ziehen Steine und Geäst aus dem eigendynamisch gebildeten
Staudamm. Der anfänglich durchfließende Wasserstrom ist noch
klein. Je mehr Wasser aber fließt, desto mehr Kraft entsteht, um
weitere Hindernisse wegzuspülen ein Prozess der sich exponentiell
beschleunigenden Auflösung von Entwicklungsblockaden.
Ich habe dieses Konzept für die Beschreibung von drei
Generationen der Familien von Opfern und Tätern/Täterinnen des
Nationalsozialismus verwendet. Dabei ging es mir um die Betonung
der in diesem Beziehungsgefüge für die Problemlösung aller drei
Generationen vorhandenen Ressourcen auch wenn die
Ausgangssituation durch das Inferno von Auschwitz markiert wird.
Wenn die erste Generation in äußerst beeinträchtigende Blockaden
verwickelt ist, hinsichtlich deren Auflösung sie viel versucht, aber
noch wenig erreicht, gelingt der zweiten Generation in einem
kürzeren Zeitraum schon eine verstärkte Öffnung, und die dritte
Generation vermag eventuell schon wieder den freien Fluss
herzustellen (vgl. Ritscher 2001).