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Die phasenspezifische Gefährdung der Beziehung besteht in ihrer Versandung. Partner und Partnerin ziehen sich dann auf eine rein formale Beziehungsdefinition zurück und gehen ansonsten ihre eigenen Wege. In den letzten Jahren ist die Zahl der Paare, die sich in dieser Situation scheiden lassen, erheblich angestiegen. Die gegenwärtige Individualisierungskultur hat hier eine neue Entscheidungsfreiheit geschaffen. Die darin enthaltene Botschaft heißt: „Auch lange Beziehungen müssen immer wieder neu gestaltet werden – kommunikative Entfremdung ist kein Schicksal, das man bis zum Lebensende ertragen muss.“ Die Übergangskrise zur letzen Phase wird geprägt durch das Thema der Trennung. Die Endlichkeit des gemeinsamen und persönlichen Lebens tritt jetzt beiden entgegen. Körperliche Einschränkungen behindern die räumliche Mobilität und machen vielleicht Hilfen von außen erforderlich. Das aus Bekannten, Freundinnen und Verwandten der gleichen Generation geknüpfte Beziehungsnetz wird dünner, der eigene Tod dadurch konkreter. Wie stellen sich Partnerin und Partner diesen letzten Fragen des Lebens? Kann diese Auseinandersetzung einmünden in eine Versöhnung mit dem Tod, dem Leben und den darin gestaltenden Beziehungen?