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4.2.2.2Die Phase der inneren Differenzierung Nach der bewältigten ersten Übergangskrise steht das Paar einer neuen phasenspezifischen Entwicklungsaufgabe gegenüber. Die Zeit der Symbiose mündet in den Prozess der Neubestimmung von Ich und Du im Beziehungsprozess.8 Partner und Partnerin beginnen, sich im Unterschied zur/zum jeweils anderen zu erleben und eigenen Bestrebungen auch unabhängig von der/vom anderen mehr Spielraum zu geben. Das Ich findet sich neu in der Abgrenzung vom Du. Diese Neuentdeckung der Subjektivität macht auch eine Neubestimmung der gemeinsamen Beziehung erforderlich. Gerade die nun zutage tretende Unterschiedlichkeit erfordert ein trotz aller „Auseinander-Setzungen“ gesichertes Vertrauen in die Kontinuität der Beziehung. Das entscheidende psychodynamische Stichwort heißt hier Vertrauen: Vertrauen in die persönliche Integrität der Partnerin, Vertrauen in die Sicherheit der Beziehung auch während längerer Zeiten der Trennung, Vertrauen in die Möglichkeit der Integration unterschiedlicher Wünsche und Perspektiven in die gemeinsame Lebenswelt. Kontinuität und das dafür notwendige Vertrauen lässt sich am besten durch die Herstellung eines gemeinsamen Beziehungsalltages gewinnen; deshalb ist es leicht nachvollziehbar, dass in dieser Phase die Frage einer gemeinsamen Wohnung ansteht. Durch sie gewinnt das Paar eine gemeinsame sozialräumliche und symbolische „Be-Hausung“. Der gemeinsame Alltag erfordert eine Vielzahl von Absprachen, Planungen, Aushandlungen, in den sich die Partnerinnen immer mehr aufeinander beziehen und zugleich ihre Grenzen festlegen müssen. Auch die äußeren Grenzen, z. B. gegenüber den Herkunftsfamilien, müssen vor dem Hintergrund einer langfristigen Priorität der aktuellen Beziehung (neu) definiert werden. Die Wohnung ist eine Möglichkeit, äußere Grenzen des Paares deutlich zu machen. Die Definition der äußeren Grenzen kreist um die Frage, wie Partner und Partnerin ihre Beziehung im Unterschied zu anderen Beziehungen bewerten.