2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/208.md

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noch als ein relativ sicherer Kontext für das Familienleben.
Allerdings scheint es schon aus Gründen der Finanzierbarkeit
eines realistischen Familienlastenausgleichs notwendig, statt
der Ehe nur noch die Familie steuerlich zu begünstigen.
Jede dritte Ehe wird geschieden, zurzeit erhöht sich diese
Quote nicht. 14 % aller Kinder aus Ehepaarbeziehungen
erleben eine Trennung/Scheidung ihrer Eltern. Dem
korrespondiert, dass 86 % aller Kinder bei ihren leiblichen
Eltern aufwachsen. Die Zahl der „Scheidungswaisen“ ist also
keine gesellschaftliche Katastrophe, aber doch bedenklich, vor
allem wenn man an ihre Konflikterfahrungen denkt. Auch diese
Zahl scheint zurzeit stabil zu sein. Das ist sicherlich eine gute
Nachricht
für
die
Erziehungsberatungsstellen,
deren
Anmeldungsquote zu einem immer größeren Teil aus Eltern und
Kindern mit Trennungs- und Scheidungserfahrungen besteht.4
Ein Ausbau der Beratungs- und Therapiemöglichkeiten für
Trennungs- und Scheidungsfamilien scheint in Anbetracht der
hohen Scheidungsziffern notwendig.
Die Zahl der allein lebenden Menschen nimmt zu. Bedeutsam ist
hier, dass immer mehr gut verdienende Männer mittleren Alters
in einem Single-Haushalt leben. Hier scheint eine Orientierung
an dem Beruf und einer durch Kinder nicht beschwerten Freizeit
vorzuliegen.
Frauen leisten signifikant mehr familienbezogene unbezahlte
Arbeit als Männer. Das korrespondiert mit der Information, dass
sich überwiegend Mütter in Teilzeitarbeitverhältnissen befinden,
während Familienstand, Zahl und Alter der Kinder auf den
Beschäftigungsstatus der Männer keinerlei Einfluss haben.
Männer sind wenn sie in einem Arbeitsverhältnis stehen
überwiegend ganztags berufstätig. Die Mütter haben in der
Familie mittels einer Teilzeitbeschäftigung den Status der
„Zuverdienerin“. Trotz einer kulturellen Veränderung der
Männer-, Frauen-, Mütter- und Väterrollen sind immer noch
überwiegend die Frauen für Haushalt und Kinder zuständig, den