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eigenständigen, mit der Ökonomie in einen wechselseitigen
Austausch tretenden Systems anstelle eines von der ökonomischen
„Basis“ abhängigen „Überbaues“.4
Ulrich Beck hat ein aus vier Teilsystemen bestehendes Modell der
Gesellschaft entwickelt (Beck 1986), das dieser Perspektive
entspricht. Denn es definiert Ökonomie und Kultur (neben Politik und
Wissenschaft/Technologie) als zunächst gleichberechtigte Systeme
innerhalb des gesellschaftlichen Ganzen. Er sieht die heutige
„postmoderne“ Gesellschaft weniger durch den von Karl Marx
herausgearbeiteten Grundwiderspruch von Lohnarbeit und Kapital
bestimmt als vielmehr durch technologisch-wissenschaftliche Risiken
(z. B. die Atomenergie oder Gentechnologie). Ich denke aber, dass
die Grundstruktur der vier gleichberechtigten Teilsysteme eine
Position des Sowohl-als-auch ermöglicht. Die Einführung des
Konzeptes der Rückkoppelungsschleifen zwischen den einzelnen
Ebenen einer Hierarchie (siehe 2.4.3.2.3.5) ermöglicht es, sowohl
kulturelle Prozesse in Abhängigkeit von der Ökonomie als auch
umgekehrt deren Einflüsse auf ökonomische Entwicklungen
darzustellen. In vielen Fällen werde ich die erste Perspektive wählen,
weil sie m. E. eine Vielzahl sozialer Konflikte und Disparitäten erklärt.
Denn die kapitalistische Ökonomie hat im Zeitalter der Globalisierung
die Plausibilität einiger marxistischer Grundannahmen selbst
bewiesen. Sie ist ein für die Gesamtgesellschaft wesentlicher Faktor,
der alle anderen gesellschaftlichen Bereiche infiltriert und unter das
Primat
von
Kostenkalkulation,
Profitmaximierung
und
Kapitalakkumulation zu zwingen droht. In dieser Perspektive wird der
Ökonomie die Rolle eines gesellschaftlichen „Ordners“ zugewiesen
(Haken 1987).
Ich versuche in diesem Kapitel auch, die Beschreibung eines
gesellschaftlichen
Modells
mit
dem
Konzept
der
Geschlechtsrollenbeziehungen (Gender-Konzept) zu verknüpfen.
Warum? Das Gender-Thema ist schon von Engels als
gesellschaftliches Thema herausgearbeitet worden: „Die Befreiung
der Frau wird erst möglich, sobald diese auf großem