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3.2.2.3Normen Normen sind begrifflich von Regeln schwer abgrenzbar. Das lat. norma heißt übersetzt „Winkelmaß, Regel, Richtschnur, Vorschrift“. Normen lassen sich als allgemeine, für eine Vielzahl von Situationen geltende Regeln verstehen. Die oben beschriebene Regel „Kinder und Jugendliche bieten alten Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Platz an“ bezieht sich auf die übergeordnete Norm „Man achtet und respektiert alte Menschen wegen ihrer Lebenserfahrung und ihrer möglichen Einschränkungen“. Solche Normen werden weniger in einem thematisch darauf bezogenen Diskurs in der Familie ausgehandelt, sondern setzen sich – bei unserem Beispiel bleibend – als Erfahrungskondensat aufgrund einer Vielzahl von Erlebnissen mit alten Menschen in den Köpfen der Kinder fest. Eine der hierfür notwendigen Bedingungen ist die Möglichkeit, alten Menschen und dem Thema Altern in vielzähligen Varianten zu begegnen. Ist dies nicht der Fall, bleiben Normen für diesen Bereich abstrakt und wenig verbindlich. Normenbildung setzt also eine an den Erfahrungen der Kinder ansetzende und an einer Vielzahl von Begegnungssituationen orientierte Erziehung voraus (siehe von Hentig 1971; Miedaner 2001). Das gilt auch für eine sekundär einsetzende, familiäre Defizite kompensierende professionelle Erziehung im Rahmen der Sozialen Arbeit.