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Subjekts, mit seinen Umwelten in Beziehung zu treten und dabei diese wie auch sich selbst zu verändern. Denken, Fühlen und Handeln gehören zusammen; deshalb bleibt es nicht aus, dass Assimilation nicht nur eine kognitiv-affektive Anpassung der Umwelt an das Subjekt, sondern zugleich eine Umgestaltung der Umwelt durch das Subjekt mit sich bringt. Umgekehrt bedeutet Akkommodation nicht nur eine kognitiv-affektive Anpassung des Subjekts an die Umwelt, sondern seine Veränderung. Durch die Schemabildung und die damit erfolgende innere psychische Strukturierung wird eine Grenzziehung zu den äußeren Kontexten möglich. Darüber hinaus ermöglicht das Subjekt durch die eigene Differenzierung und Selbstdarstellung seinen Interaktionspartnerinnen deren persönliche innere Differenzierung und Grenzbildung. Auch hier gilt die Grundstruktur der hegelianischen Dialektik: Das Tun des Einen ist das Tun des Anderen (Stierlin 1972). Innere Differenzierung und Grenzbildung sind nur als wechselseitiger intersubjektiver Prozess vorstellbar. Die kognitiv-affektive Individuation des Kindes geht schon am Anfang seines Lebens einher mit der sich weiterentwickelnden kognitiv-affektiven Individuation der Eltern. Stierlin spricht von der „bezogenen Individuation“ (Stierlin 1977); dieses Konzept lässt sich durch die komplementäre Struktur der „bezogenen Separation“ (Ritscher 1998) ergänzen. Durch diesen wechselseitigen lebenslangen Prozess der inneren Differenzierung und Grenzziehung definiert sich jeder Mensch als einzigartiger Begründer seiner Erfahrungen und Erkenntnisse, d. h. als Subjekt. Es empfindet sich anders als alle anderen – und doch bilden die durch wechselseitige intersubjektive Prozesse entstehenden sozialen Einflüsse die Basis seiner Einzigartigkeit.