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2.4.4.2Kontextperspektive b: Menschenbild und Ethik Jede Wahrnehmung, jede Theoriebildung und jede psychosoziale Intervention ist mit einem bestimmten Menschenbild und einer damit verbundenen ethischen Konzeption des professionell handelnden Menschen verknüpft. Insofern muss die Beschreibung eines sozialwissenschaftlich fundierten Modells sozialer Systeme diese beiden Perspektiven näher bestimmen. Im systemischen Modell wird der Mensch primär als Beziehungswesen verstanden. Er tritt in den Austausch mit seiner äußeren natürlichen Umwelt (der ersten Natur); er schafft sich soziale Systeme zur Organisation von Arbeitsteilung, Kooperation und Kommunikation; und er tritt mithilfe der anderen in Beziehung zu sich selbst. Er ist zugleich ein gesellschaftliches, symbolisches, zeitliches und endliches, sozialräumlich orientiertes, leibliches und geschlechtliches, lebenspraktisch planendes und handelndes, auf seine Verantwortung verwiesenes und letztlich nicht von außen determinierbares Wesen. All diese Bestimmungen finden sich auch als Bestimmungen der von ihm organisierten sozialen Systeme wieder.24 Jedem Menschenbild ist eine implizite oder explizite Ethik zugeordnet. Die vom einzelnen Menschen vertretene Ethik enthält persönlich reflektierte, für das eigene Handeln relevante moralische Prinzipien. Ethik lässt sich nur in Bezug auf die sozial anderen bestimmen. Diese werden dabei trotz aller Unterschiedlichkeit als ein gleichwertiges Gegenüber gesetzt. Insofern lebt jede Ethik von einer Vorentscheidung, nämlich der prinzipiellen Anerkennung des anderen. Ethik ist auch in der therapeutischen Diskussion der letzten Jahre immer wichtiger geworden. Die Ethik der systemischen Arbeit basiert auf Grundsätzen, die sich alle als Konsequenz einer rekonstruktivistischen Erkenntnistheorie auffassen lassen. Hierzu zählen der Abschied von Objektivitätsansprüchen und