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Das System kann aber auch in der Phase der Unbestimmtheit auseinander fallen und sich damit selbst auflösen. In unserem Beispiel wäre das die Trennung der Eltern. „Spontaneität“, „Kreativität“, „Konserven“, „Erstmaligkeit“ und „Bestätigung“ sind Begriffe aus Morenos Psychodrama (Ritscher 1998). In seinem Sinne ist der Mensch in der Lage, aus eigenem Willen Neues zu schaffen („Kreativität“ und „Spontaneität“) und Neues in stabile Strukturen zu überführen, um es (in Form von „Konserven“) zu bewahren. „Kreativität“ und „Spontaneität“ gehören also in den von Prigogine beschriebenen Bereich der Unbestimmtheit, in dem neue Strukturen aufgebaut werden. Die „Konserve“ ist auf der anderen Seite, im Bereich der stabilen Strukturen und ihres Erhaltes durch „Dämpfung der Fluktuationen“, angesiedelt. Die „Erstmaligkeit“ eines Verhaltens ist im Bereich der Konserven am geringsten, mit dem Anstieg der „Fluktuationen“ wird Neues möglich, „Erstmaligkeit“ also wahrscheinlicher. „Bestätigung“, also Wiederholung des Verhaltens, ist im Bereich der Unbestimmtheit am geringsten. Neue Strukturen bleiben zunächst diffus, und erst im Zuge ihrer Konsolidierung gewinnen sie an Prägnanz, u. a. durch sich wiederholende Bestätigungen. Dieses Modell beschreibt die Entwicklung bzw. Evolution des Systems als einen spiralförmigen Prozess, der zwischen den Polen von Beharrung und Veränderung durch Krisen vorangetrieben wird und eine unaufhebbare Beziehung zwischen Ordnung und Chaos herstellt. Jede Ordnung entwickelt aus sich heraus auch Zustände des Chaos, jedes Chaos neue Zustände der Ordnung. Für die Entwicklung von sozialen Systemen, z. B. Familien, definiert dieses Modell Krisen als Übergänge zwischen zwei Zuständen, in denen Neues möglich wird.