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sein; die Reifen können schmal oder breit sein und Schläuche haben oder aus Vollgummi bestehen. All diese Kombinationen und noch zahlreiche weitere lassen sich leicht als verschiedene Verkörperungen desselben Musters aus Beziehungen erkennen, das ein Fahrrad definiert“ (Capra 1996, S. 182 f.; Hervorh.: W. R.). Für ein lebendes System kommt laut Capra ein drittes konstituierendes Merkmal hinzu, der Prozess also eine Veränderung bzw. Entwicklung in Zeit und Raum. Im Konzept der systemischen Familientherapie wird der Prozess auch mit der aus der Physik entlehnten Metapher als „Dynamik“ bezeichnet. Wenn wir das Beispiel des Fahrrades unter Hinzunahme der Kategorie des Prozesses auf die Familie als lebendes soziales System übertragen, lässt sich das Netz der funktionalen Beziehungen zwischen den einzelnen Bestandteilen = Familienmitgliedern als familiäre Organisation bezeichnen. Mutter und Vater bilden eine intime, reproduktive (d. h. sich durch Arbeit und Generativität selbst erhaltende) und arbeitsteilige Beziehung, in die das Kind als ein Drittes eintritt, wodurch ein neues System, die Familie, geschaffen wird. Kind und Mutter, Kind und Vater, Mutter und Vater gestalten jeweils unterschiedliche Beziehungen, wobei die Beziehungen zum Kind anfänglich vor allem durch materielle und emotionale Versorgung gekennzeichnet sind. Lange Zeit wird die materielle Versorgung einseitig von den Eltern gewährleistet, die emotionale wird im Normalfall von Anfang an wechselseitig sein. Als Strukturen werden die darstellbaren Komponenten dieses Musters bezeichnet, über die es sich verfestigt und die den Rahmen für die konkreten kommunikativen Handlungen der Familienmitglieder bilden.