2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/083.md

53 lines
1.9 KiB
Markdown

andere, bislang wenig bedeutsame Repräsentationssysteme
aktiviert und differenziert werden. Dann wird die Gefahr der
oben beschrieben Missverständnisse geringer. Z. B. kann der
beschriebene eher rational orientierte Mensch die Welt des
Körpers und der mit körperlichen Empfindungen assoziierten
Gefühle durch bioenergetische Übungen oder FeldenkraisSeminare entdecken. Er wird dann vielleicht offener für die
kinästethisch organisierten Botschaften seiner Frau, die
wiederum
durch
den
Ausbau
ihres
auditiven
Repräsentationssystems seinen verbalen Äußerungen mehr
abgewinnen könnte.
Grinder und Bandler haben ein Modell der „access cues“
entwickelt, die es den Profis gestattet, relativ schnell zu
erfassen,
in
welchem
Repräsentationssystem
ihre
Auftraggeberinnen gerade kommunizieren. Die access cues
beziehen sich einerseits auf die Wörter, andererseits auf die
Richtung der Augenbewegung.
Im aktivierten visuellen Repräsentationssystem wird mit Sätzen wie
„Ich sehe nicht, was mein Kopfweh mit meiner Frau zu tun haben
soll“, „Da blick ich nicht mehr durch“ oder „Ich versuche immer, die
Dinge genau im Blick zu haben“ kommuniziert. Die Formulierungen
„Ich fühle mich gut“, „Das macht mich ganz traurig“, „Da kribbelt es
in
meinem
Bauch“
verweisen
auf
das
kinästhetische
Repräsentationssystem. Bei den Sätzen „Ich denke, dass du krank
bist“, „Ich höre aus dem, was du sagst, heraus, dass …“ oder „Das
sagt mir gar nichts“ ist die auditiv-sprachliche Dimension im Spiel.
Mithilfe
der
Hypothese
über
das
bevorzugte
Repräsentationssystem einer Klientin kann die Sozialarbeiterin ihre
Fragen auf das von der Auftraggeberin bevorzugte System beziehen
und so ein wechselseitiges „Andocken“ von ihrer Seite aus
ermöglichen.
Beispiele (Grinder u. Bandler 1984, S. 312 f.):
Visuell-erinnernd: „Welche Augenfarbe hat Ihre Mutter?“