2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/050.md

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Beispiel: Mutter, Vater und Kind essen gemeinsam am Tisch.
Dabei
gelten
bestimmte
Regeln,
die
durch
viele
Essenssituationen gebildet und gefestigt worden sind. Sie
gelten auch für weitere Situationen in denen es immer die
Möglichkeit ihrer Veränderung gibt. Ohne Regeln, z. B. dass sich
nicht alle gleichzeitig auf den Suppentopf stürzen, dass man
zum Essen der Suppe einen Löffel und keine Gabel benutzt,
dass man den Mund jetzt zum Essen und nicht zum Reden
benutzt, fände die gemeinsame Mahlzeit nicht statt. Dann
entstünde keine Situation, welche die Handlungen der
Familienmitglieder verbindet und damit die Identität ihrer
Familie sichert. Das spezifischer Muster für die Essenssituation
könnte auch in der Dimension „Gleichzeitigkeit
Ungleichzeitigkeit“
beschrieben
werden.
Zum
Beispiel
versammeln sich alle Familienmitglieder gleichzeitig am Tisch
und beginnen gleichzeitig zu essen. Oder sie treffen
nacheinander ein und beginnen zu verschiedenen Zeitpunkten
mit ihrer Mahlzeit. Die unterschiedlichen Muster enthalten
unterschiedliche Informationen über die Werte der Familie: In
dem ersten Fall steht die Idee der Familie als eines den
einzelnen Mitgliedern übergeordneten Ganzen im Vordergrund;
im zweiten Fall wird die Individualität der Familienmitglieder
betont.