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2.4.1 Übergeordnete Definitionen

Im Folgenden stelle ich ein aus sechs Perspektiven bestehendes Modell für die Beschreibung und Analyse sozialer Wirklichkeiten vor. Durch seine Anwendung werden soziale Wirklichkeiten als soziale Systeme wahrgenommen, beobachtet, beschrieben und analysiert also rekonstruiert. Ich entwerfe und formuliere dieses Modell unter einem sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkt. Das heißt, es geht um ein Modell für soziale Beziehungen, das auf die Gesellschaft als Ganzes und einzelne soziale Kontexte, wie Familie, Nachbarschaft, Schule oder professionelle soziale Unterstützungssysteme, angewendet werden kann. Ein System lässt sich erkenntnistheoretisch (epistemologisch), im Hinblick auf seine Erscheinung (phänomenologisch) und durch die Bedingungen der Möglichkeit seiner Existenz (transzendental) definieren. Erkenntnistheoretisch: Das Modell systemischer Perspektiven lässt sich als ein ordnender Rahmen verstehen, der von einer Beobachterin für die Systematisierung ihrer Wahrnehmung, Beschreibung, Analyse und Rekonstruktion benutzt werden kann. Mit seiner Hilfe lassen sich soziale Wirklichkeiten als Beziehungsereignisse bzw. Situationen verstehen. Ihre Bedeutung, ihr Sinn und ihre Funktion erschließen sich durch die Bezugnahme auf ihre Kontexte.11 Beispiel: Die an den Sohn gerichtete Strafpredigt eines Vaters lässt sich im Rahmen des Konzeptes „die Familie als System“ als eine familiäre Beziehungssituation deuten, in die alle Familienmitglieder direkt oder indirekt verwickelt sind. Die Mutter hat vielleicht den Vater auf die Verfehlung der Kinder aufmerksam gemacht, die Tochter verdrückt sich, weil sie weiß, dass sie nach dem Bruder an der Reihe ist, und deshalb bekommt er es gleich für beide ab. Phänomenologisch: Mithilfe der erkenntnisleitenden systemischen Perspektiven verknüpft die Beobachterin die Teile