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ökosystemischen Balance als problematisch. Deren blockierte
Entwicklungsmöglichkeiten finden ihren Ausdruck in steigenden
Kriminalitätsraten, einem sich selbst und andere schädigenden
Drogenkonsum oder innerfamiliären Gewalttätigkeiten. Diese
wirken rekursiv auf die materiell gesicherte Mehrheit zurück,
indem auch diese von Kriminalität, Drogen und einer
allgemeinen Unsicherheit betroffen ist.
In der klassischen Systemtheorie findet sich diese Idee der
immer wieder neu herzustellenden Balance in dem Konstrukt
des „Fließgleichgewichtes“ (von Bertalanffy)4 und der „Ordnung
durch Fluktuation“ (Prigogine)5.
Das Konzept der Koevolution verweist auf das gemeinsame
Wachstum in Systemen. Die Kontextbezogenheit von Systemen
bringt es mit sich, dass Systeme nur in Abhängigkeit von ihren
eigenen inneren und äußeren Umwelten, also in einer
gemeinsamen Entwicklung von System und Umwelten
(„Koevolution“, Willi 1985) überleben können. Blockiert ein
System die Lebensfähigkeit seiner Umweltsysteme, blockiert es
auch seine eigenen Ressourcen und Überlebenschancen. Die
politisch-kulturelle Ökologiebewegung hat darauf mit allem
Nachdruck hingewiesen. Diese wechselseitige existenzielle
Abhängigkeit erfordert auf der Ebene menschlicher sozialer
Systeme eine Ethik der Nachhaltigkeit, Verantwortlichkeit und
Akzeptanz des Eigenwertes aller anderen Menschen und der
Natur. Eine Regierung, die gesellschaftliche Minoritäten
drangsaliert, gräbt sich letztlich selbst ihr Grab, auch wenn das
lange dauern mag; ein Staat, der die Lebensrechte anderer
Völker missachtet, baut seine Existenz auf tönernen Füßen. Ein
Vater, der seine Kinder misshandelt bzw. missbraucht, betreibt
nicht nur „Seelenmord“ (Wirtz 1992) an seinen Kindern,
sondern auch an sich selbst. Er untergräbt nicht nur die
Beziehungsfähigkeit der Kinder, sondern auch seine eigene.
Ökologie betont also die gemeinsame Überlebensfähigkeit
durch die Etablierung einer „positiven Gegenseitigkeit“ (Stierlin