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2.1

Der Systembegriff: Das Muster, das verbindet, seine Vordenkerinnen und Vordenker

Das Ziel meiner Arbeit ist es, die systemische Familientherapie theoretisch und praktisch in die Soziale Arbeit „einzufädeln“ und beide unter dem Dach des Systemkonzeptes zu verbinden. Das System als ein hypothetisches Konstrukt1 und das darauf basierende Modell sozialer Systeme ist das beide verbindende Muster (siehe Bateson 1982, S. 15). Es eignet sich hierfür schon deshalb besonders gut, weil die Systemtheorie sich von Anfang an quer zur klassischen Einteilung der Wissenschaften in Natur-, Geistesund Sozialwissenschaften entwickelte und statt deren Unterschiedlichkeit den gemeinsamen erkenntnistheoretischen Rahmen betonte. Es waren Vertreterinnen aus allen drei klassischen Wissenschaftsbereichen, die teilweise parallel, teilweise in einem gemeinsamen Diskurs an diesem die Einzelwissenschaften übergreifenden Modell gearbeitet haben (vgl. Capra 1996): Der Biologe Ludwig von Bertalanffy er schuf das Konzept des „Fließgleichgewichtes“. Der Mathematiker Norbert Wiener; er prägte den Begriff „Kybernetik“, der in den legendären Sitzungen der Macy-Gruppe zu einem hoch differenzierten Modell systemischer Kommunikation weiterentwickelt wurde. Gregory Bateson, der als Biologe und Anthropologe zusammen mit seiner damaligen Frau, der Anthropologin und Psychologin Margret Mead, Feldforschungen bei Südseestämmen durchführte und das Konzept der „symmetrischen, komplementären und reziproken Beziehungsmuster“ begründete. Als einer der Pioniere der Familientherapie erarbeitete er maßgeblich das Konzept des „Double-bind“ und formulierte grundlegende Überlegungen zur Überwindung der cartesianischen Geist-Körper-Spaltung.