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Raw Blame History

(scheinbar) inferioren Position des „placating“ (Satir 1989), die Mutter in der (scheinbar) dominanten Position des „blaming“ (ebd.) agierte („scheinbar“ bezieht sich auf die unauftrennbare Dialektik von Dominanz und Inferiorität in komplementären Beziehungsmustern). Aus Enttäuschung über ihren „lebensuntüchtigen“ und jeder Konfrontation aus dem Wege gehenden „schwachen“ Mann hatte sie sich von ihm getrennt und das ca. siebenjährige Kind als Ausgleich zurückgelassen. Dank dieser zusätzlichen Übernahme der Mutterfunktion konnte der Vater die Trennung einigermaßen überstehen. Der Kontakt zwischen Mutter und Sohn dünnte aus, weil er immer vom Konflikt Mutter Vater überschattet war. Der Vater wiederum interpretiert den nur sporadischen Kontakt der Mutter zum Sohn als Desinteresse. Der Sohn kann aus Loyalität zum Vater dem nicht widersprechen und auch von sich aus keine weit reichenden Kontaktversuche bezüglich der Mutter starten. Seine Schulverweigerung ergibt Sinn, wenn sie als Loyalität gegenüber dem Vater verstanden wird. Ginge er in die Schule, würde der Vater noch weiter vereinsamen (eventuell würden auch Suizidgedanken entstehen); möglicherweise würde durch die Leistungen des Sohnes und seine sozialen Kontakte dann auch das Versagerimage des Vaters verstärkt. Hier findet eine Hypothesenbildung auf der Grundlage der familiendynamischen Konzepte „unsichtbaren Bindungen“ (Boszormenyi-Nagy u. Spark 1981) und der „Delegation“ (Stierlin 1982) statt. Als Folge dieser Hypothese wurden erste Interventionen besprochen. Die Achse Vater Sohn sollte erhalten bleiben, dem Sohn sollte über andere familiäre (Oma, Mutter) und außerfamiliäre Kontakte (einen Jugendlichen im gleichen Alter, regelmäßige Kontakte mit der Praktikantin auch außerhalb der Wohnung) „der Schritt ins Leben“ erleichtert werden. Dem Vater sollte gleichzeitig eine Kompensation für die bei erhöhter Mobilität des Sohnes zeitweilig geringer werdende Nähe angeboten werden. Diese sollte durch den Ausbau seiner ihn interessierenden Übersetzungstätigkeiten angepeilt werden. Um einen neuen Computer kaufen zu können, sollten