2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/024.md

2.0 KiB
Raw Blame History

1.2

Der Verlauf des Unterstützungsprozesses2

Das erste Gespräch mit der zuständigen Bezirkssozialarbeiterin und einer ihr zugeordneten Praktikantin findet im Amt statt. Hier handelt es sich um die settingstrukturierende Methode der Teamarbeit. Manuel ist nicht mitgekommen. Der Vater ist sichtlich zufrieden, eine Gesprächspartnerin für seine Sorgen gefunden zu haben. Ein weiteres Gespräch soll in der Wohnung stattfinden, damit die Hemmschwelle für Manuels Teilnahme verringert würde. Die systemischen Methoden des „verlängerten Erstgespräches“ und des „Settingwechsels“ werden eingeführt. Als dieses geplante Gespräch stattfindet, kommt Manuel tatsächlich nach einiger Zeit dazu. Das Gespräch dient aus der Sicht der Sozialarbeiterin einerseits der Beziehungsfindung (Joining), andererseits der Informationsgewinnung zur Hypothesenbildung. Es wird von Anfang an versucht, die Richtlinie „Hypothesenbildung“ zu realisieren. Bei der Erkundung der mikro- und mesosystemischen Beziehungen wird deutlich, dass es einen kontinuierlichen, wenn auch zeitlich nicht sehr dichten Kontakt zur Oma (Mutter des Vaters) gibt und zu einer „Bekannten“ des Vaters. Über diese Beziehung spricht er aber nur sehr widerwillig. Die große Nähe zwischen Vater und Sohn (von der Psychiatrie als pathogene Symbiose eingeschätzt) wird erkennbar und von der Sozialarbeiterin als Ressource für künftige Veränderungen positiv konnotiert. Gegenüber der Aussage des psychiatrischen Gutachtens wird ein Reframing vorgenommen, das der Ressourcenorientierung der systemischen Arbeit entspringt. Um diese Nähe auch für Erkundungen des sozialen Umfeldes zu nutzen denn gemeinsam gehen Vater und Sohn fast nie aus dem Haus , schlägt die Sozialarbeiterin eine halbstündige Pause vor. In diesem Fall wird die Pause als settingstrukturierende Methode genutzt. Vater und Sohn sollen während dieser Zeit zusammen spazieren gehen und miteinander über eine zuvor im gemeinsamen Gespräch formulierte Frage, „Wenn Manuel öfters die Großmutter