2026-001/documents/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/017.md

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Raw Blame History

auch „Ausstattungsprobleme“ und damit soziale Disparitäten ein Teil des therapeutischen Diskurses. Ansätze zur Beschreibung und Erklärung lebender Systeme fördern den theoretischen Narzissmus. Sie suggerieren die Möglichkeit, den systemischen Ansatz als Universaltheorie zu verstehen und alle Phänomene des Lebens unter ihren begrifflichen Hut zu bringen. Ich halte das für ein Missverständnis, denn eine solche Perspektive ist zentralistisch und ausgrenzend gegenüber anderen Theorieansätzen. Systemisches Denken hingegen favorisiert Pluralismus, Selbstorganisation kleiner Einheiten, innere Differenzierung durch Inklusion (Einbeziehung) statt Exklusion (Ausgrenzung). Deshalb halte ich es für wenig förderlich, mit der systemischen Keule nach anderen Theorie-Praxis-Ansätzen, z. B. der Psychoanalyse, zu werfen die Keule könnte sich als Bumerang erweisen. Zu wünschen ist vielmehr, dass der systemische Ansatz seine eigenen weißen Flecke auf der Landkarte benennt und bereit ist, diese durch andere Theorieansätze erforschen und beschreiben zu lassen. Ich denke hier an den ganzen Bereich der intrapsychischen Prozesse, des individuellen und des persönlichen Unbewussten. Warum muss eine systemische Traumtheorie erfunden werden, wenn es hierfür schon ausdifferenzierte und plausible Ansätze bei Freud und Jung gibt? Ich möchte auch darauf hinweisen, dass ich in dieser Arbeit Systeme beschreibe, in denen Menschen des christlichabendländischen Kulturkreises ihren Alltag leben. Über die sozialen Systeme anderer Kulturkreise stehen mir aufgrund meiner Informationsdefizite keine Aussagen zu. Es gibt einen weiteren weißen Fleck auf der systemischen Landkarte, den ich in den Begriff der menschlichen Existenzialien fassen möchte. Hier denke ich u. a. an: das Leben als ein „Leben zum Tod“ (Heidegger 1967); die menschliche Sehnsucht nach dem Paradies, der Erlösung und der Transzendenz, die sich in allen Kulturen dieser Welt als