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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 295 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Jugendhilfeplanung

deten Programmatik und den im KJHG angelegten Möglichkeiten einerseits und der Realität andererseits« (BMfSFJ 2002b, S. 253), die an mehreren Punkten erkennbar wird:

• Nur 14 % der vom DJI befragten Jugendämter geben trotz ihrer Gesamtverantwortung an, über eine Planung für alle wesentlichen Bereiche nach dem KJHG zu verfügen. Meist sind es nur die Bereiche der Kindertagesstätten, der Jugendarbeit bzw. der Hilfen zur Erziehung, für die Pläne vorliegen. »So wird heute keine umfassende Planungsverantwortung realisiert« (ebd., S. 255). • Auch in Fragen der Partizipation gibt es Defizite. Wie der Elfte Kinderund Jugendbericht und andere Untersuchungen zeigen, werden bei freien Trägern primär die großen Wohlfahrtsverbände, Jugendringe oder die Geschäftsführungen großer Einrichtungen berücksichtigt; »Initiativen, und kleinere Vereine und Träger haben es dagegen schwer, miteinbezogen zu werden« (ebd.).

Laut DJI-Untersuchung beteiligen zwar 77 % der Jugendämter nach eigenen Angaben Kinder und Jugendliche an der Jugendhilfeplanung allerdings vor allem in Form von schriftlichen Befragungen, eine bei dieser Zielgruppe oft fragwürdige Form. Interviews, Projekte und andere offene Formen, die mehr Gestaltungs- und Entfaltungsmöglichkeiten für die Adressatinnen lassen, sind weitaus weniger verbreitet, sodass festgestellt wird: »Obwohl seit Jahren Beteiligung ein weithin anerkanntes fachliches Prinzip darstellt, kommt die Kommission nicht umhin festzustellen, dass ausgerechnet bei eigenen Verfahren der Kinder- und Jugendhilfe dieses Moment nur in Ansätzen entwickelt ist« (ebd.).

• Auch die personellen Ressourcen für Planungen sind häufig ungenügend. So stellt beispielsweise der Erste Landesjugendbericht für das Land Baden-Württemberg fest: »Da in einer großen Zahl von Jugendämtern Planung von den MitarbeiterInnen und/oder LeiterInnen der Ämter neben ihren sonstigen Dienstaufgaben erledigt werden muss, fehlt es diesen an Gelegenheiten, sich fachlich zu profilieren, sich im Austausch der Fachkräfte zu qualifizieren, anerkannte Standards zu entwickeln und mit der nötigen Kontinuität vorzugehen« (SMBW 2000, S. 137). • Neben Fragen der Qualität und Wirksamkeit sozialer Dienstleistungen spielen momentan Fragen wirtschaftlicher Effizienz in der Jugendhilfeplanung eine sehr starke Rolle. Planung und Controlling sind zwei unterschiedliche Methoden, die beide eine Steuerung von

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