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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 283 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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12. Jugendhilfeplanung
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• Auf der übergreifenden Ebene der Infrastruktur einer Region: die
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vom Jugendamt zu initiierende Jugendhilfeplanung.
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Im Folgenden soll diesen Zusammenhängen am Beispiel der Jugendhilfeplanung ausführlicher nachgegangen werden. Hierbei wird die
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Methode zuerst theoretisch vorgestellt und dann an einem Fallbeispiel konkretisiert, das insbesondere auf zwei Aspekte der Planung
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fokussiert:
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• die Bedeutung von Planung im Kontext der Entwicklung »lernender«
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Organisationen1
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• die Bedeutung des Modus kommunikativer Verständigung zwischen
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den relevanten Akteuren im Kontext von Planung, der zur Bildung
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neuer Netzwerke führt.
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2. Was ist Jugendhilfeplanung?
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Jugendhilfeplanung wird heute verstanden als methodisch strukturiertes und prozesshaftes Vorgehen mit dem Ziel, innerhalb eines Sozialraumes ein qualitativ und quantitativ bedarfsgerechtes Angebot an
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Jugendhilfeleistungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung zu
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stellen. Mit einer Kombination von sozialwissenschaftlichen Erhebungen bzw. Auswertungen sowie partizipativ gestalteten Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen übernimmt Jugendhilfeplanung
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eine in der Praxis teilweise schwierige Vermittlungs- und Brückenfunktion zwischen den relevanten Akteuren einer lokalen Jugendhilfelandschaft.
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Zentrale Aufgabe ist die Bedarfsermittlung, die vor allem die Klärung von vier Fragen beinhaltet:
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• Was ist als Bedarf in den verschiedenen Arbeitsfeldern bzw. Sozialräumen anzusehen?
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1 Einige der im Folgenden referierten Überlegungen stammen von Autoren, die sich stark
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auf systemtheoretische Überlegungen stützen (Merchel, Girschner, Hansbauer). Der Begriff der Organisation wird von ihnen teilweise in einer Weise benutzt, die den Eindruck
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erweckt, als hätten diese eine Art »Eigenleben« jenseits bzw. unabhängig von konkreten
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Akteuren. Solche Vorstellungen sind m. E. falsch. Zwar lässt sich sagen, »daß die strukturellen Momente so weit in Raum und Zeit ausgreifen, daß sie sich der Kontrolle eines
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jeden individuellen Akteurs entziehen (Giddens 1988, S. 78). Dennoch sind Organisationen »keine fleischlosen Gebilde von Rollen, Funktionen und Informationsströmen. Sie
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bestehen und entwickeln sich nur über und durch die ihnen angehörigen Individuen und
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Gruppen, d. h. die sozialen Akteure, die allein sie tragen und ihnen Leben geben und die
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allein sie ändern können« (Crozier u. Friedberg 1993, S. 3).
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