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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 282 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

Franz Herrmann

  1. Jugendhilfeplanung Eine Methode zur Entwicklung »lernender« Organisationen und institutioneller Netzwerke Franz Herrmann

  2. Einleitung Die Kinder- und Jugendhilfe steht vor der Herausforderung, die »Passung« zwischen individuellen Hilfe- und Unterstützungsbedürfnissen, den Lebensbedingungen der Menschen einer Region und dem Leistungsangebot der Jugendhilfe, das hier zur Verfügung steht, kontinuierlich zu überprüfen sowie erforderliche Veränderungen ihrer Arbeit rasch aufzuspüren und umzusetzen. Die Schwierigkeit liegt hierbei nicht nur im beständigen Wandel von Bedürfnissen, Problemen und Ressourcen in den Lebenswelten, sondern auch darin, dass unterschiedlichste oft widersprüchliche rechtliche, fachliche, finanzielle und jugendpolitische Anforderungen sowie die Interessen der relevanten Akteure immer wieder aufs Neue in eine Balance gebracht werden müssen. Zur Überprüfung solcher »Passungsfragen« stehen in der Kinder- und Jugendhilfe drei Gestaltungsinstrumente für die relevanten Handlungsebenen zur Verfügung, über die der »Handlungsmodus der Reflexion« (Girschner 1990, S. 173) und die Gestaltung von Veränderung in einer Jugendhilfelandschaft implementiert werden können. Die Bedeutung und Notwendigkeit dieser Instrumente sind mittlerweile nicht nur fachlich formuliert, sondern auch rechtlich klargestellt:

• Auf der Ebene des Einzelfalls: Hilfeplanung nach § 36 SBG VIII KJHG(zur Feststellung des Hilfebedarfs sowie der Auswahl, Durchführung und Evaluation der Hilfe). • Auf der Ebene der einzelnen Einrichtungen der Jugendhilfe: Hier sind einerseits Verfahren der Qualitätsentwicklung und -sicherung (die mittlerweile für einige Arbeitsfelder nach § 78 SGB VIII auch gesetzlich vorgeschrieben sind) von Bedeutung, andererseits Entscheidungen und Vorgänge im Kontext der Jugendhilfeplanung nach § 80 SGB VIII.

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