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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 270 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Gisal Wnuk-Gette, Werner P. E. Wnuk und Gerlinde Fischer
arbeiterinnen des Beratungsprojekts waren zur kostenlosen Mitarbeit
bereit, alle Projektmitarbeiterinnen spendeten einen Stundenlohn, Jugendamt und Projektleitung steuerten ebenfalls einen Beitrag bei, sodass die Ferienmaßnahme starten konnte. Einige Eltern aus Projektfamilien waren bereit, diese Maßnahme durch aktive Teilnahme zu
unterstützen, z. B. mit Kochen, Freizeitangeboten für die Kinder und
als zusätzliche erwachsene Betreuer für die Kinder und Jugendlichen.
Diese erste Freizeit hat uns alle sehr ermutigt und auf einen therapeutischen Effekt aufmerksam gemacht, der weit über die Erfahrungen aus dem »üblichen« Ferienangebot für Kinder und Jugendliche hinausging. Deshalb wurde im folgenden Jahr das Angebot wiederholt, und wir machten die gleichen Erfahrungen.
Um solche ergänzenden systemischen Hilfen die auch Beratungsanteile enthalten auf den Weg bringen zu können, wurde 1997
von Mitarbeiterinnen und der Leitung des Familienberatungsprojekts
der Verein Family Help e. V. gegründet, der seitdem als anerkannter
Jugendhilfeträger folgende Maßnahmen organisiert:
• Freizeiten als »sozialer Erfahrungsraum« für Kinder, Jugendliche
und Eltern von Familien, die im Rahmen des Familienberatungsprojektes an einer Verbesserung ihrer Lebenssituation arbeiten
• systemische Elternschule als »Lebensschule« für Kinder und Eltern
• betreutes Jugendwohnen: kleine Gruppen Jugendlicher von 16 bis
21 Jahre nach Jungen und Mädchen getrennt , die mit minimalem
Betreuungsaufwand unter der Mitarbeit ihrer Eltern eine kontinuierliche peerorientierte Selbstständigkeitserfahrung machen können.
Alle drei Bereiche sind nach dem Prinzip der Selbstorganisation entwickelt und strukturiert: Kräfte und Ressourcen des Einzelnen und
seines relevanten Systems (Familie, Stieffamilie, Einelternfamilie
usw.) werden dafür genutzt, ein Interventionsfeld innerhalb des Rahmens einer Familienfreizeit, des Jugendwohnens oder der Elternschule zu schaffen.
Der jeweilige Rahmen ist als beratender pädagogischpsychologischer angelegt: Familienberaterinnen fördern interaktiv und verantwortlich die Aktivierung von Kräften und Ressourcen des familiären
Systems und seiner Mitglieder. Wir legen dabei den Schwerpunkt auf
gegenseitige Wertschätzung, Akzeptanz, Unterstützung, auf Respekt,
wertschätzenden Austausch, Nähe und Zusammengehörigkeitgefühl. Wir möchten Erfahrungen mit gewaltfreien Konfliktlösungen
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