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2.3 KiB
Raw Blame History

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 269 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Familienorientierung in einem kommunalen Jugendhilfenetzwerk

2.2 Die Übernahme einer Familie in das Beratungsprojekt Soll nachdem eine Vorentscheidung im Team des Sozialen Dienstes gefallen ist eine Familie in das Projekt »Systemisch-Integrative Familienberatung« aufgenommen werden, teilt die zuständige Sozialarbeiterin auf der gemeinsamen Konferenz (s. o.) dem Projektteam anhand eines Genogramms einige Daten und Fakten über das System mit. Zuvor hat sie die Familie über die Bedingungen der Familienberatung informiert und ihr Einverständnis zur Diskussion ihrer Situation im Familienberatungsteam eingeholt. Das die Familie übernehmende Ko-Beratungsteam vereinbart mit der zuständigen ASD-Kollegin einen »Übergabetermin«, diese wiederum lädt hierzu die Familie ein. Bei diesem Übergabetermin wird dem Familiensystem noch einmal anhand eines Informationsblattes verdeutlicht, dass während des gesamten Beratungsprozesses das KoBeratungsteam für alle Belange zuständig ist. Das gilt sowohl für die materiellen Anträge und Erfordernisse, Kontakte zu anderen Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Gerichten, Polizei als auch für jede kritische Entwicklung zwischen zwei vereinbarten Terminen. Die Familie ist darüber informiert, dass die zuständige ASD-Kollegin und das Ko-Beratungsteam Kontakt miteinander halten. Sie wissen ebenso, dass die ASD-Kollegin nichts über Inhalte der Familiengespräche erfährt. Wir halten die gute Zusammenarbeit mit der zuständigen Bezirkssozialarbeiterin für eine entscheidende Voraussetzung. Sie verlangt von allen Seiten Wertschätzung, Offenheit und Vertrauen.

  1. Systemische Elternschule und betreutes Jugendwohnen als komplementäre Angebote 3.1 Der Verein Family Help Im Landkreis Biberach a. d. Riss haben sich zusätzlich zum Familienberatungsprogramm komplementäre Formen systemischer Arbeit entwickelt. Im Jahr 1996 fiel in einer Supervision kurz vor den Sommerferien auf, dass einige Kinder aus Familien, die zu dieser Zeit in Beratung waren, an keiner Ferienmaßnahme teilnehmen werden. Die Gründe dafür waren vielfältig, vor allem fehlte den kinderreichen Familien das Geld für eine solche Maßnahme. Sehr spontan entschieden wir uns, für diese Kinder eine eigene Ferienfreizeit zu organisieren. Einige Mit269