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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 267 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Familienorientierung in einem kommunalen Jugendhilfenetzwerk

nahe gelegt, eine vom WMC organisierte systemische Familienberaterweiterbildung zu absolvieren, für die der Ortenaukreis die Kosten übernahm. Im Laufe der Jahre haben etwa 90 % der Mitarbeiterinnen des ASD diese Weiterbildung durchlaufen. Gleichzeitig wurden systemische Familientherapeutinnen und -therapeuten als Honorarmitarbeiterinnen gewonnen, die zusammen mit den hauptamtlichen Sozialarbeiterinnen die Fälle in Ko-Beratung übernahmen. Seit 1994 gibt es im Landkreis Biberach a. d. Riss in Oberschwaben das Konzept der »Systemisch-Integrativen Familienberatung«, welches ähnlich wie das des Ortenaukreises organisiert ist, aber auch Unterschiede aufweist. Im Kreis Biberach gibt es vier durch die Ausdehnung dieses Flächenlandkreises bedingte ASD-Teams: Laupheim, Biberach, Ochsenhausen und Riedlingen; alle vier Dienststellen werden von der Amtsleitung in Biberach geleitet (im Ortenaukreis hat dagegen jede Außenstelle eine eigene Leitung). Dadurch entstand im Landkreis Biberach eine große Einheitlichkeit: Projektleitung, ASD und Amtsleitung können sehr schnell Absprachen treffen, Entscheidungen für kritische Fälle beraten, die notwendige Finanzierung besprechen und noch nicht als Standard eingeführte, aber für einen jeweiligen Fall sinnvolle Maßnahmen überlegen. Der Schwerpunkt des Projektes ist entsprechend seiner theoretischen und praktischen Familienorientierung die Familienberatung. Komplementär dazu wurden zwei weitere Angebote als »Hilfen zur Erziehung« entwickelt, die »Systemische Elternschule« und die betreute Jugendwohngruppe. Diese drei unter einer systemischen Perspektive entwickelten »Hilfen zur Erziehung« möchten wir im Folgenden vorstellen.

  1. Die Systemisch-Integrative Familienberatung 2.1 Die Organisationsform ASD-Arbeit und »Systemisch-Integrative Familienberatung« verstehen sich als autonome professionelle Systeme mit je eigenen Regeln, in verschiedener Rolle und Funktion und doch in gemeinsamer Verantwortung für die Adressatinnen (s. Ritscher 2002a). Aufgrund des weitgehend systemischen Denkens und Handelns in beiden Bereichen besteht eine verbindende Metastruktur, die ein komplementäres kooperatives Muster der Beziehung zwischen ihnen ermöglicht. Zwi267