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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 260 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Albrecht Reiner, Dorothea Scholz, Susanne Joos und Wolf Ritscher
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zelgespräche entschieden sie, was sie jeweils dem bzw. der anderen im
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anschließenden Paargespräch (ca. 25 Minuten) mitteilen wollten. An
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dessen Ende berieten sie darüber, was im nun nach einer Pause (ca.
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15 Minuten) folgenden Familiengespräch den Kindern mitgeteilt werden sollte. Zunächst hörten die Kinder, was die Eltern ihnen mitteilten
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(ca. zehn Minuten), dann gingen sie in die Mitte und konnten ihre Anliegen anbringen, während die Eltern nur zuhörten (ca. 20 Minuten).
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Danach fand eine zehnminütige Abschlussrunde statt.
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Dieses Setting ermöglichte aus unserer Sicht weitere Veränderungen, weil es unausgesprochen ein Modell für die Familie dafür etablierte, wie sie in Zukunft miteinander leben könnte: Jedes Familienmitglied kann seine eigene Perspektiven entwickeln – unbedroht vom
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Urteil der anderen. Es kann selbst bestimmen, was es den anderen
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mitteilen möchte, und dadurch eine kontinuierliche Beziehung mit
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angemessener Grenze zu den anderen herstellen.
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7.5 Der weitere Verlauf
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Frau Ernst wurde als Thema ihrer Einzeltherapie die von ihr empfundene strukturelle und existenzielle Missachtung durch die anderen
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vorgeschlagen. Die Gespräche mit ihr zielten darauf ab, ihre Opferhaltung und die damit permanent selbst konstruierte Abhängigkeit
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vom Verhalten anderer zu erkennen und sie zu ermutigen, für sich
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und ihre Situation selbst Verantwortung zu übernehmen. Aktuelle Erlebnisse oder von ihr beklagte Erfahrungen wurden mit ihr immer
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wieder unter dieser Perspektive besprochen. Herrn Ernst schlugen
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wir als Thema die Klärung seiner aktuellen Lebenssituation und der
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Ehebeziehung vor. Seine Wut gegenüber seiner Frau zeigte er nicht
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und delegierte sie insbesondere an Michael. Als er dies zunehmend erkannte, wagte er sich an eine Klärung. Er entschied sich, die rechtlichen und finanziellen Auswirkungen bzw. Möglichkeiten einer
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Scheidung abzuklären, um überhaupt zu wissen, was ihn im Blick auf
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verschiedene Handlungsoptionen erwarten würde.
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Die Einzelgespräche verhalfen den Eltern, Neues zu denken und
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zu erproben. Die Paargesprächsphasen wurden immer kürzer, die Informationen, die die beiden einander preisgeben wollten, immer spärlicher. Insgesamt bestätigte sich unsere Hypothese, dass die Eltern
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durch gravierende Ereignisse ihrer gemeinsamen Ehegeschichte voneinander getrennt wurden und gleichzeitig durch sie stark verbunden
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waren; eine Lösung der Spannungen, die beiden Elternteilen Ruhe
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