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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 227 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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9. Sozialpädagogische Familienhilfe
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• Reflexion von Konfliktlösungen, die ohne körperliche Eskalation verliefen, im Sinne einer ressourcenorientierten Suche nach alternativen
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Verhaltensmöglichkeiten
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• Auseinandersetzung mit der Thematik »Persönliche Zielvorstellungen und daraus resultierende Handlungsschritte« sowie mit ambivalenten Empfindungen im vorgenannten Kontext, besonders im konkreten Bezug auf die familiäre, schulische und persönliche Situation.
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In den Elterngesprächen wird aufgrund von Pauls Verhalten in der Familie zunächst das Thema »Wie können wir unseren Sohn wieder ›erziehen‹?« vorrangig behandelt. Grundlage für diese ersten Schritte ist
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das Konzept »Elterliche Präsenz und kindliche Destruktion« (Omer
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u. von Schlippe 2003). Herr und Frau Krahl berichten, dass sie ihrem
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Sohn wieder Grenzen setzen wollen, jedoch heftigen Widerstand erwarten. Es beginnt eine ausführliche Arbeitsphase, in der z. B. exploriert
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wird, welche Erziehungsvorbilder die Eltern haben, welche Werte und
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Normen bezüglich dieser Thematik vermittelt wurden, wie die Kommunikation in den Herkunftsfamilien gestaltet war, welches ihre Erfahrungen und Gefühle in den ersten Jahren als Eltern waren etc. In kleinen
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Schritten und unter »Moderation« der Therapeutin verabreden die Eltern, bei welchem Verhalten ihres Sohnes sie welche Grenzen setzen
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wollen, z. B.: »Paul soll den Computer nicht mehr unbegrenzt benutzen!«
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Über die dringenden Paarthemen hinaus wird deutlich, dass die Eltern in ihrer Rolle »ungeübt« und verunsichert sind. Die ersten Ideen
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zur Grenzsetzung scheinen überzogen und lassen durchaus erwarten,
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dass Paul sich diese Grenzen nicht bieten lassen wird, z. B.: »Paul soll
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nur noch eine Stunde täglich den PC nutzen dürfen! Wenn er nicht folgsam ist, wird der PC aus dem Zimmer geräumt, und er bekommt ihn
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erst zurück, wenn er sein Verhalten geändert hat!«
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In ruhigen Gesprächen, die in dieser Anfangsphase in sehr kurzen
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Abständen vereinbart werden, wird erarbeitet:
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• Welche ersten Schritte können und wollen sie gehen?
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• Wie können sie sich gegenseitig unterstützen?
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• In welcher Form wollen sie ihrem Sohn ihre Entscheidung mitteilen?
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Die Botschaft, die vermittelt werden soll heißt: »Wir haben dich lieb und
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wollen dich in der Familie behalten. Wir setzen Grenzen, weil wir deine
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Eltern sind und uns um dich sorgen.«
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Der erste Umsetzungsversuch führt zur Eskalation. Die Eltern widersprachen sich beim Durchsetzen der Vereinbarungen und fielen in
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ein ihnen bekanntes »Entwertungsmuster«. Paul ging kurzzeitig sogar
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mit körperlichem Einsatz gegen seinen Vater vor.
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