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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 188 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Horst E. Bertsch und Herbert Böing
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seit einiger Zeit der Meinung, dass ein teilstationäres Angebot A.s
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Problemlage nicht mehr gerecht werden konnte. Er stahl häufig in
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Kaufhäusern, besuchte die Schule nicht regelmäßig, trieb sich in der
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Stadt herum und wurde des Öfteren von der Polizei aufgegriffen. Die
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Eltern hatten zu dieser Zeit ständig Konflikte miteinander und waren
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in Schuldzuweisungen verstrickt. A. und seine beiden Brüder (14 und
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acht Jahre alt) wurden und werden wahrscheinlich misshandelt. Dieser Verdacht wurde auch von A.s Klassenlehrerin geäußert. Die Sozialarbeiterin des Jugendamtes schlug eine zeitnahe Aufnahme in die
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vollstationäre Gruppe und eine Beschulung in der Förderschule für
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Erziehungshilfe vor. A. soll seine Eltern zunächst nicht besuchen. Die
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Gruppenerzieher baten ihn, sich mit Eigentumsdelikten zurückzuhalten, da er in der dörflichen Umgebung mit viel mehr Schwierigkeiten
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rechnen müsse als in der eher anonymen Großstadt. Ein Erzieher
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stellte ihn bei einem Einkauf für die Gruppe den Mitarbeiterinnen des
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im Dorf gelegenen Ladens vor. Er fiel danach nicht durch Diebstähle
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auf. Er zeigte sich im Gruppen- und Schulalltag angepasst und auffällig ruhig. Allerdings war er in Überforderungssituationen hin und
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wieder so verzweifelt, dass er fortlief und sich auch nicht durch Gefahrensituationen aufhalten ließ; z. B. überquerte er die Straße, ohne
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auf den Verkehr zu achten, und gefährdete damit sich selbst. Die Erwachsenen entschlossen sich, ihn in solchen Situationen festzuhalten
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und erst dann loszulassen, wenn er sich beruhigt hatte. Dies wurde
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mit ihm so vereinbart, und er konnte sich darauf einlassen. Gleichzeitig entschied das Team, eine heilpädagogische Spieltherapie für ihn
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einzuleiten.
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Zu dieser Zeit erklärte die Mutter, sie werde sich vom Vater trennen und eine eigene Wohnung beziehen. Sie wolle sich dann auch
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wieder um A. kümmern. Das Team zog den Fachdienst zur Vorbereitung eines Hilfeplangespräches hinzu, das nach der Trennung stattfand. Beide Eltern nahmen daran teil. Der Vater sicherte zu, die momentanen Distanzierungswünsche von A. ihm gegenüber zu respektieren. Die Mutter wünschte sich mehr Kontakt und Besuche, was A.
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sehr freute. Sie fühlte sich nun in der Lage, mit A. die Wochenenden
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zu verbringen, da der Belastungsfaktor »Partnerkonflikt« wegfiel. Die
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beiden anderen Geschwister wohnten bei der Mutter. Die Erzieherinnen und Lehrerinnen berichteten, dass A. sich gut eingelebt habe und
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im sozialen wie schulischen Bereich Lernerfolge verzeichnete, die er
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weiter ausbauen könne. Allerdings berichtete A. auch, dass er manch188
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