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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 169 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

• Umgangsregelung mit dem Vater vereinbaren, die der Trennung der Eltern Rechnung trägt.

Außer den ausgesprochenen Aufträgen gab es noch folgende indirekte Botschaften:

• Mutter: Bestätigt mir, dass ich eine gute Mutter bin. Nehmt keinen Kontakt zur Schule auf, damit Karl es nicht gleich wieder schwer hat. Entlastet mich, es ist mir zu viel. Es wird sich nichts ändern, das war bisher auch so. • Vater: Lasst mich möglichst in Ruhe. Es ist hauptsächlich Sache der Mutter, das in den Griff zu bekommen. Ich brauche keine Regelungen. • Karl: Ich will meine Streitereien selber lösen. Ich will nicht immer der Schuldige sein, helft mir dabei. • Elisa: Ich möchte auch Unterstützung. Ich beneide Karl dafür, dass er Hilfe bekommt. Die Streiterei soll ein Ende haben.

8.4.4 Ressourcen der Familie In den Gesprächen wurden folgende Stärken der einzelnen Familienmitglieder und der Familie sichtbar:

• Mutter: Sie ermöglicht den Kindern einen kontinuierlichen Kontakt zum Vater, trotz der Trennung und der schwierigen Situation auf der Paarebene. Sie ist sehr offen im Kontakt, hat Ausdauer, ist sehr belastbar und offen auch für Neues. Sie schützt die Familie vor Überlastung, indem sie sich auf den Bereich Familie konzentrieren möchte und das Thema Schule zurückstellt. • Vater: Er geht aktiv mit der Trennungssituation um. Dazu bietet er sich weiterhin den Kindern als Kontaktperson an. Er zeigt, dass er bereit ist, Verantwortung für die Familie zu übernehmen, trotz seiner eigenen Rollenunsicherheit. Seine Gefühle kann er mit all ihrer Zwiespältigkeit zeigen und verbalisieren. • Karl: Er kann gut formulieren, was er denkt; er ist durchsetzungsfähig gegenüber seinen Eltern und seiner Schwester. Dazu ist er sensibel für ungerechtes Verhalten. Wenn ihm etwas wichtig ist, kann er sich dafür einsetzen. Er ist zuverlässig, ideenreich und übernimmt Verantwortung. • Elisa: Sie ist bereit zum gemeinsamen Gespräch und dazu, Karl einen Teil der Verantwortung abzunehmen. Sie bringt sich aktiv ein, um die Geschwisterbeziehung zu bearbeiten. Sie kann sich gut an Situationen und Anforderungen anpassen. Sie zeigt jedoch auch, dass sie ebenfalls Unterstützungsbedarf hat.

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