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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 163 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

• Zu Beginn des nächsten Projekttages stellten wir die Rückmeldungen aus der Fragebogenaktion vor. Ein Mädchen wollte nicht mit ins Schullandheim. Mehrere Schülerinnen wünschten sich mehr Respekt im gegenseitigen Umgang. • In einem Klassengespräch diskutierten wir die Umsetzungsmöglichkeiten im Schulalltag. Um der Klasse eine lösungsorientierte Methode zur Besprechung von Klassenthemen an die Hand zu geben, stellten wir die Methode des Klassenrates vor und führten ihn exemplarisch durch. Auch hier zeigte die Klasse durch schnelles Finden von Lösungen, dass sie an Veränderungen interessiert war. Diese Stärke meldeten wir der Klasse zurück. Wie auch den ersten Projektvormittag beendeten wir die zweite Einheit mit einer Rückmelderunde zum Projektverlauf, in der alle Beteiligten zu Wort kamen. Sowohl Schülerinnen, Klassenlehrer als auch wir äußerten uns zufrieden mit den erarbeiteten Ergebnissen. Es gab nun genügend Impulse, an denen die Klasse eigenständig weiterarbeiten konnte. • Im Nachgespräch mit dem Lehrer thematisierten wir seine Rolle in der Klasse. Wir betonten, wie wichtig Rollenklarheit und wie schwer der Spagat sei zwischen Notengebung und der Notwendigkeit, zu den Schülerinnen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Wir fragten ihn, wie er diesen Spagat realisieren könnte. Wir betonten, dass er viel in die Arbeit auf der Beziehungsebene investiere und er dadurch möglicherweise die Grenzen nicht klar genug ziehe. Deshalb sei es eventuell für die Schülerinnen schwer, ihn in seiner Rolle als Lehrer zu sehen. Er bestätigte, dass es schon ein Spagat sei, zu den Schülerinnen eine offene und vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und andererseits auch wieder Grenzen zu ziehen. Insgesamt äußerte er sich zufrieden über den Projektverlauf. Er konnte durch seine Rolle als teilnehmender Beobachter das Beziehungsgefüge und die Interaktionen in der Klasse klarer sehen. Er zeigte sich sehr zuversichtlich in Bezug auf den weiteren Verlauf, da er nun wisse, worauf in der Klasse zu achten sei. • Da die Eltern das Projekt mit angestoßen hatten und wir an dem folgenden Elternabend nicht anwesend sein konnten, schrieben wir einen Brief an die Eltern mit einigen Informationen zum Projektverlauf. Unser Ziel dabei war es, die Sündenbockrollen der betreffenden Schülerinnen aufzulösen und eine positive Rückmeldung über die Klasse zu geben. Sie habe sich sehr offen gezeigt, sich gut auf das Projekt eingelassen und sehr konstruktiv an Veränderungen für ein verbessertes Klassenklima mitgearbeitet.

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