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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 155 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

klärbar aus seiner Funktion im sozialen Kontext. Dies ermöglicht die Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Die Versöhnung mit seiner Geschichte und den Grundkonflikten innerhalb seines Familiensystems führt häufig zur Entlastung des Einzelnen und damit des gesamten Systems. Rückmeldungen ehemaliger Bewohnerinnen machen den Stellenwert der Wohngruppe deutlich. Einige beschreiben, dass in der aktuellen Krisensituation innerhalb der Herkunftsfamilie die Aufnahme in die Wohngruppe für sie zunächst als »Lösung aller Probleme« angesehen wurde. Das Zusammenleben habe aber recht schnell gezeigt, dass sie sich gerade hier mit alten Mustern auseinander setzen mussten. Während des Lebens in der WG sei für sie das »Alleinwohnen« erstrebenswert gewesen und die »Lösung aller Probleme«. Im Rückblick bezeichnen Bewohnerinnen die Auseinandersetzung mit ihren Beziehungsmustern in der Herkunftsfamilie und in der Wohngruppe als ein für sie sehr wichtiges Erfahrungsfeld. 8.2 »Kinder mischen mit« im öffentlichen Raum Bei diesem Projekt geht es uns darum, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich für die Gestaltung ihres Lebensraumes zu engagieren. Wir betrachten Kinder als Experten für ihre Anliegen und zeigen ihnen Wege auf, sich für ihre Interessen einzusetzen. Wir unterstützen sie bei der Vertretung ihrer Anliegen und Interessen im Gemeinwesen, um so zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen beizutragen. Wir helfen ihnen, das Gespräch mit Verantwortlichen in Verwaltung und Politik zu suchen. Die jungen Menschen lernen so, eigene Bedürfnisse und Interessen zu artikulieren, die der anderen zu respektieren und gemeinsame Interessen möglichst selbst organisiert und solidarisch zu vertreten. Wir stärken ihre Fähigkeiten, gemeinsam zu handeln und zu gestalten, wir fördern ihre Lebenskompetenzen und das Engagement für gesunde und stabile Lebensräume. Dabei ist es wichtig, das Umfeld der Kinder einzubeziehen und Kooperationspartner zu gewinnen, z. B. die Eltern, die Schulen, die Stadtverwaltung, die Jugendhilfeplanerin der Stadt und natürlich Kinder aus anderen Stadtteilen. In diesem Projekt wurde z. B. der Stadtbezirk von den Kindern sehr genau auf Sauberkeit, Sicherheit der Verkehrswege, Vandalismus und mögliche und gewünschte Veränderungen hin überprüft. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und der Stadtverwaltung vorgetragen. 155