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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 147 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
- Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen
Kompetenz gestärkt werden soll oder denen Vereinsamung und Isolation drohen. In die Wohngruppe können auch junge Menschen aufgenommen werden, bei denen eine psychische Erkrankung droht oder bereits diagnostiziert ist (Ängste, Selbstverletzungen, Essstörungen, Borderline-Problematik, Depression). Die Wohngruppe bietet den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Chance, neue Erfahrungen im täglichen Zusammenleben mit anderen Menschen zu machen. Durch die Unterstützung der sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen und den Einsatz gruppenpädagogischer Methoden stellt die Wohngruppe ein gutes Trainingsfeld dar. Die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen können hier neben einer eigenverantwortlichen Lebensführung und alltagspraktischen Fertigkeiten auch in besonderem Maße lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Ihre sozialen Kompetenzen, d. h. die Fähigkeit, mit anderen Menschen situations- und rollengerecht umzugehen, werden ausgebaut. Sie erlangen ein besseres Verständnis für sich und andere. Eigene Ressourcen und Fähigkeiten der Betroffenen werden aufgegriffen und gefördert, neue Sichtweisen und Fertigkeiten vermittelt und auf dieser Grundlage neue, konstruktive Erfahrungen ermöglicht:
• Entwicklung hin zu einer Kultur des Aushandelns, der Entscheidungsfindung und des Streitens (in der WG-Sitzung: demokratische Spielregeln, Minderheitenschutz, gegenseitige Rücksichtnahme, Finden von Kompromissen etc.), um zwischen den oft unterschiedlichen Interessen einen Ausgleich zu schaffen • Organisation der gemeinschaftsbezogenen Alltagsabläufe (Einkauf für die Gruppe, Sauberhaltung der Gemeinschaftsräume, Kehrwoche etc.) • Aufstellen und Akzeptieren gemeinsamer Gruppenregeln, ihre Überprüfung, gegebenenfalls auch Sanktionierung bei Verstößen • berechtigte eigene Interessen wahren und sich gegenüber den Mitbewohnerinnen angemessen abgrenzen können • konstruktive gegenseitige Rückmeldung • gegenseitige Anregungen, Unterstützung und das Lernen von und mit den anderen • Übernahme von Mitverantwortung für die Mitbewohnerinnen.
Einmal in der Woche findet in der WG eine Gruppensitzung statt, an der alle Bewohnerinnen teilnehmen müssen. Sie dient als Forum und 147