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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 128 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
nen etc. gemacht haben. Grundlage unserer Arbeit ist deshalb eine
systemische Sichtweise. Auftretende Probleme werden im Kontext
dieser Lebensverhältnisse betrachtet, und es werden für die individuellen Problemlagen bedarfsorientiert Angebote gemacht, in welche
die Herkunftsfamilie und andere Bezugssysteme einbezogen werden.
Die Hilfe soll so dicht wie möglich am gewohnten Alltag ausgerichtet
sein. Der junge Mensch wird, wenn möglich, in seinem sozialen und
räumlichen Lebensfeld aufgesucht. Die Arbeit findet z. B. in der Herkunftsfamilie, in der Schule, in der Clique statt. Dort, wo er seine Lebenserfahrungen gemacht hat, wird ihm Hilfe angeboten, und die
Eltern werden, wenn möglich, als Erziehungsverantwortliche in die
Arbeit einbezogen. Dies ermöglicht Kontinuität des Lebensortes und
der Bezugspersonen, der entwicklungsfördernden Beziehungen im
Lebensfeld. Darüber hinaus gehen lebensweltorientierte Konzepte
davon aus, dass die Entstehung von Problemen auch mit gegebenen
sozialen Strukturen zusammenhängt und sie deshalb auch sozialräumlich bearbeitet werden müssen. Zusätzlich zu den individuellen
Hilfeleistungen gilt es, die strukturellen Bedingungen (Wohnungen,
Einrichtungen, Verkehr etc.) im Sozialraum der jungen Menschen zu
verbessern, also auch gemeinwesenorientiert zu arbeiten. Ein Ziel der
Arbeit ist die Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Sie sollen
Kontrolle über ihre Lebensverhältnisse gewinnen.
Lebenswelt- und Gemeinwesenorientierung setzen genaue Kenntnis des Lebensfeldes und des Sozialraums voraus.
Jugendhilfe darf aber nicht unbefriedigende Lebensverhältnisse
stabilisieren. Nicht jede Lebenswelt ist erhaltenswert und für junge
Menschen förderlich. Deshalb kann es auch notwendig werden, ihnen
durch den Wechsel ihrer Lebenswelt neue Chancen der Entwicklung
zu eröffnen.
3.2 Bedarfsorientierte individuelle Hilfeplanung
Ausgehend von der konkreten Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ist gemeinsam mit den Beteiligten
der Hilfebedarf festzustellen. Genaue Kenntnis der Lebensführung
und der Lebenslage ist Voraussetzung für eine angemessene individuelle Hilfeplanung. Nur so ist der konkrete Mangel an psychischen, materiellen und sozialen Ressourcen in der Lebenswelt eines
jungen Menschen festzustellen. Er muss sich nicht in eine vorhandene Maßnahme einpassen, sondern das Unterstützungsangebot muss
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