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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 83 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche Orientierung, Partiziption und Case Management in der Arbeit des ASD

• theoretischen Perspektiven, Institutionen und Organisationen im Gemeinwesen und ihren Interventionen mit dem Veränderungsprozess der Kinder und ihrer Familien, • der mit den Betroffenen dialogisch gestalteten Suche nach möglichst passgenauen Hilfeformen für definierte Problemlagen sowie mit ihrer Planung und fortwährenden Evaluation im Rahmen des Hilfeplans. Dies soll unter der diagnostischen Fragestellung geschehen, ob professionelle Hilfe die familiären Selbstorganisationskräfte stärkt oder schwächt, ob eventuell informelle Unterstützungssysteme im Sozialraum aktiviert werden können, ob ein Anschluss an sozialräumliche Angebote ausreicht oder (zusätzlich) Einzelfallhilfe und/ oder Soziale Gruppenarbeit indiziert ist.

Das zentrale Stichwort des Case-Management-Konzeptes heißt also »Vernetzungsarbeit durch den ASD«, und zu seiner Realisierung lassen sich eine Vielzahl von Verfahren und Methoden verwenden. Im Bereich der Intervention sind dies z. B. runde Tische, Helferinnenkonferenzen, die hier beschriebene Teamberatung mit Teilnahme der Betroffenen, Fachkonferenzen mehrerer Träger (s. Tenhaken in diesem Band), clear talk (s. Herchenhan u. Heppel in diesem Band), die Netzwerkkarte der am Hilfeprozess beteiligten Organisationen bzw. Institutionen, Planungs- und Begleitbogen für den Verlauf des Hilfeprozesses (s. Müller 2003); im Bereich der Diagnose bieten sich an das sternförmige, von den Adressatinnen der Hilfe ausgehende Soziogramm (ebd.), das ökosoziale Modell von Bronfenbrenner (Ritscher 2004c) und das Soziotop (Rothe 1994). Im dargestellten Fall half die Familie sich selbst, unterstützt durch den im Rahmen des sozialräumlichen Projekts »Spieltonne« möglich gewordenen Kontakt zum ASD. Dieser nutzte den Kontakt, um mit Hilfe systemischer Konzepte und Methoden die oben beschriebene Vernetzung herzustellen und zugleich eine familienbezogene Einzelfallhilfe mit systemtherapeutischen Komponenten inhaltlich zu gestalten. Die Familie schaffte es in diesem Setting, dass die Mutter durch die anderen Familienmitglieder entlastet wurde, der Vater sich seiner Verantwortung für die Söhne bewusst wurde und die Söhne sich einander annähern konnten. Unter diesen neuen Voraussetzungen konnte die Integration der Söhne in die familiäre Gemeinschaft erfolgen, und ihre Symptome wurden systemisch gesehen überflüssig.

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