2026-001/documents/systemische-kinder-und-jugendhilfe/pages/065.md

30 lines
2.6 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 65 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
3. Sozialräumliche Orientierung, Partiziption und Case Management in der Arbeit des ASD
ihrem Stadtteil und zur »Spieltonne« interviewt haben. Tradition hat
derweil das jährliche »Spieltonnenfest«, welches durch die Kinder, die
Eltern (Väter stehen am Grill, und Mütter bereiten die Salate zu), den
Bäcker (spendiert die Brötchen), den Fleischer (spendiert die Würstchen) und den ASD gestaltet wird.
Nun werden Sie sich als Leserinnen fragen, wie es denn ein ASD
schafft, trotz der bekannt hohen Arbeitsbelastung und der jahrelangen
angespannten personellen Situation ein solches Projekt über zwischenzeitlich knapp acht Jahre durchzuhalten. Dies konnte ausschließlich und nur mit großem Engagement von Praktikantinnen bewirkt werden; vom ASD war nur eine Sozialarbeiterin und diese oft
nur punktuell präsent. Eine kontinuierliche Rückmeldung an das
Team und die dazugehörige Auswertung war jedoch selbstverständlich
und unerlässlich. Die ursprüngliche Idee des ASD war überdies, in der
Folgezeit Partner bzw. freie Träger der Jugendhilfe zu finden, welche
sich in diesem Wohngebiet engagieren, so dass diese das Projekt
»Spieltonne« übernehmen könnten. Und nun wurde, wer hätte das gedacht, eine positive die einzige positive? Seite der zunehmenden
Fördermittelkürzung offensichtlich: Die »Spieltonne« war »plötzlich«
für freie Träger interessant, die das vom ASD Neustadt initiierte Projekt als willkommene Gelegenheit sahen, eine weitere Fördermittelbewilligung zu erreichen und die »Spieltonne« weiterhin als offenes
Angebot zu unterbreiten. Nach harten Auseinandersetzungen innerhalb des Teams hinsichtlich der Fragen: »Können wir weiterhin die
Kraft und das notwendige riesengroße Engagement mobilisieren?«
und »Können wir auf diesen niederschwelligen und vor allem präventiven Zugangsweg zu den Menschen vor Ort verzichten?« entwickelte
sich in der Folge eine zwischenzeitlich gut funktionierende Kooperation zwischen ASD und zwei freien Trägern der Jugendhilfe, welche
einen ähnlich niederschwelligen Zugang zu den Anwohnerinnen haben. Der ASD konnte so ein Stück Entlastung erfahren, bleibt aber
durch regelmäßigen Informationsaustausch weiterhin im »Boot«.
Da die Spieltonne in der Vergangenheit ausschließlich auf Sponsorinnen angewiesen war (die der ASD angesprochen hatte), wird gegenwärtig durch ASD und freie Träger in diesem Wohngebiet ein Förderverein Spieltonne gegründet, welcher später vielleicht auf Nachbarschaftshilfe ausgeweitet werden kann. Doch dies ist im Moment noch
Zukunftsmusik!
65