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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 64 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

Cornelia Jager

Eine Schwierigkeit für den ASD war, dass sich die Aufnahme des Kontakts mit den Eltern sehr kompliziert gestaltete, sodass daraus Überlegungen folgten, nach neuen Möglichkeiten einer zufrieden stellenden Kommunikation mit den Menschen im Stadtteil zu suchen. Nach einer Phase der Konzeptentwicklung startete die »Spieltonne« im März 1997 als ein neues, alternatives Projekt des ASD Neustadt. Dafür wurde eine von der städtischen Müllabfuhr gespendete Mülltonne mit wiederum (z. T. von den Sozialarbeiterinnen selbst) gespendeten, eher einfachen Spielsachen gefüllt und mitten im Wohngebiet, auf dem Fußweg, gemeinsam von Kindern und ASD-Mitarbeiterinnen bemalt. Das Anliegen des ASD war es, zum einen, zusammen mit den Kindern ein Stück ihrer Lebenswelt zurückzuerobern und, zum anderen, Ansprechpartner für ihre Sorgen und Probleme zu sein, um möglichst schon im Vorfeld einer sich anbahnenden Problementwicklung intervenieren bzw. zwischen den betreffenden Personen und in ihrem Kontext vermitteln zu können. Außerdem verband sich damit die Hoffnung, durch den Umgang mit den Kindern neue Gesprächsmöglichkeiten hinsichtlich der Eltern zu finden und auch »unbeteiligte« Mitbewohnerinnen zu aktivieren, die Situation der Kinder und ihrer Familien im Wohngebiet gegebenenfalls zum Positiven zu verändern. Seitdem ist der ASD jeden Montag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr vor Ort und durch die Methode der ganz herkömmlichen Straßenspiele, wie Huppekästel und Gummitwist, im Stadtteil mehr als bekannt und diesbezüglich auch ausnahmslos positiv besetzt. Anfänglich zogen die ASD-Mitarbeiterinnen die Spieltonne wie die Müllmänner über die Straßen und hatten dabei schon viel Spaß und Aufmerksamkeit, sodass es keine große Mühe mehr machte, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Später konnte die Spieltonne in einem benachbarten Kindergarten untergestellt werden, nachdem auch die Erziehrinnen von der Idee überzeugt werden konnten und registrierten, dass »ihre« Kinder auch nach dem Kindergarten dort gut aufgehoben waren. Darüber hinaus konnte der ASD mit den Kindern tolle Ideen entwickeln und umsetzen, wie z. B. das Fotografieren des eigenen Stadtteils und eine Unterschriftenaktion für ein Halteverbotsschild am Platz der Tonne, damit die Kinder während der Spieltonnenzeit den Fußweg und die Straße ungehindert nutzen konnten. Es entstand auch in Zusammenarbeit mit dem Medienmobil der Stadtverwaltung ein Video über die »Spieltonne«, wobei die Kinder Erwachsene zu

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