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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 57 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
2. Ein netzwerk- und sozialraumorientiertes Verfahren der Einleitung von Hilfen zur Erziehung
• Ein Träger bot eine Erziehungsbeistandschaft für Ralf an und eine ergänzende Familienberatung für die Familie. Der Einsatz sollte durch
zwei Pädagogen durchgeführt werden, die sich in ihrer Arbeit ergänzen.
• Ein weiterer Träger bot einen Einsatz einer Sozialpädagogischen Familienhilfe unter Begleitung eines Video-Home-Trainings an.
• Der dritte Träger bot auf dem Hof des in Greven befindlichen Standprojektes eine tagesstrukturierende Hilfe an, da es in Greven keine
Tagesgruppe gibt. Der Pädagoge, der an drei Nachmittagen nach der
Schule mit Ralf auf dem Hof arbeiten würde, sollte auch die Elternarbeit durchführen.
Die beiden ersten Träger boten jeweils vier bis sechs Nettobetreuungsstunden pro Woche an. Solche Stunden werden über einen Abrechnungsbogen monatlich dem Jugendamt dokumentiert und in
Rechnung gestellt. Die tagesstrukturierende Hilfe sollte mit einem
festen Tagessatz in Rechnung gestellt werden. In diesem Tagessatz
sollen auch die Elterngespräche enthalten sein. Ergänzend sollte für
Ralf die Möglichkeit geschaffen werden, einen Platz in einer Jungengruppe zu bekommen. Hier sollten auch die Chancen der niedrigschwelligen Projekte genutzt werden.
Die Angebote der freien Träger wurden einige Tage später den Eltern und Ralf vorgestellt. An diesem Gespräch nahm auch die Frau des
Vaters teil. Nach gründlichem Abwägen entschieden sich die Eltern für
die tagesstrukturierende Maßnahme. Ralf hatte keine genauen Vorstellungen, behielt sich aber vor, erst einmal das Gespräch mit dem für ihn
dann zuständigen Sozialarbeiter abzuwarten. Für den Vater war der
entlastende Faktor für seine Frau ausschlaggebend, wenn Ralf dreimal
in der Woche nachmittags nicht zu Hause sei. Auch die Hilfe durch nur
eine Fachkraft erschien dem Vater vorteilhaft; er befürchtete Abstimmungsprobleme, weil er beruflich sehr eingespannt sei. Der Mutter
war es egal, welche eine Hilfe durchgeführt wird, sie sicherte aber ihre
Mitarbeit zu. Nach einem Besuch auf dem Hof des Standprojektes und
einem Gespräch mit dem Pädagogen entschied Ralf sich für diese Maßnahme. In einem anschließenden Hilfeplangespräch wurden die Aufträge beschrieben und Indikatoren zur Zielerreichung festgelegt.
Die anderen Träger wurden telefonisch darüber informiert, für
welches Angebot sich die Familie aus welchen Gründen entschieden
hat. Diese Rückmeldung ist für die Reflexion und weiteren Planungen
der Träger wichtig.
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