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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 53 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
2. Ein netzwerk- und sozialraumorientiertes Verfahren der Einleitung von Hilfen zur Erziehung
Eltern lehnen häufig eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ab
bzw. sehen keine Notwendigkeit einer Hilfe zur Erziehung.
• Mutter-Kind-Café: Da es in Greven viele minderjährige und junge
Mütter bis zu ca. 22 Jahren gibt, entstand schon vor einigen Jahren die
Idee, ein Angebot für diese Zielgruppe zu entwickeln. Diese zum Teil
über die Jugendhilfe betreuten Mütter werden oder wurden über die
üblichen Angebote wie z. B. Pekip-Gruppen1, Mutter-Kind-Spielgruppen nicht erreicht. Bei diesem speziellen Treffen, welches einmal wöchentlich im Jugendzentrum stattfindet, haben sie die Gelegenheit
zum gemeinsamen Frühstück und Austausch, während die Kinder
im gleichen Gebäude betreut werden. Alle Themen der Mütter können angesprochen werden, zum Teil im Gespräch mit speziellen Referentinnen wenn es z. B. um Tagespflege oder Beistandschaft geht.
Darüber hinaus ist ein Schuldenpräventionsprogramm für Jugendliche
geplant, ein Projekt zur Begleitung von Ehrenamtlichen und eine Elternschule.
Die niedrigschwelligen Gruppenangebote und Projekte ergänzen
den sozialraumorientierten erzieherischen Ansatz der Hilfen zur Erziehung und machen die Angebote für mehr Menschen erreichbar. Neue
Angebote können unkompliziert umgesetzt werden, wenn Bedarfe gesehen werden.
2.2.3 Die Ziele
Wir verbinden das Konzept der sozialräumlich vernetzten Jugendhilfe
mit folgenden Zielen:
• Ein gemeinwesenbezogenes flexibles Hilfesystem, in dem sich die
freien und öffentlichen Träger der Jugendhilfe zusammenfinden.
• Die Gestaltung von Kommunikationsknoten im Netz der Jugendhilfe,
an denen der Dialog zwischen Jugendamt und freien Trägern sowie
zwischen Jugendamt, freien Trägern und den Adressatinnen (zum
Begriff der Adressatinnen/Auftraggeberinnen der Sozialen Arbeit
siehe Ritscher 2002a) der Hilfe Kindern, Jugendlichen und ihren
Familien verankert wird.
• Die strukturelle Verankerung der durch das Subsidiaritätsprinzip vorgegebenen gemeinsamen Verantwortung des Jugendamtes und der
freien Träger für den Sozialraum und ihre Umsetzung im Alltag der
Jugendhilfe.
1 Pekip-Gruppe: »Prager Eltern-Kind-Programm« ein Elterntrainingskurs, der vor allem sozial- und bildungsprivilegierte Eltern erreicht und z. B. in Familienbildungsstätten
angeboten wird.
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