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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 52 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Beate Tenhaken
Über das schon beschriebene Fachgremium werden die Bedarfe erörtert und Projekte auf den Weg gebracht. Der Zugang ist für die Nutzer ohne Antragstellung möglich, es findet auch keine Hilfeplanung statt. Die Nutzer wissen, das die Projekte über das Jugendamt finanziert werden und deshalb eine Auswertung der Projekte gemeinsam mit den Trägern erforderlich ist. Gerade bei diesen Projekten fördert das Jugendamt eine trägerübergreifende Kooperation und Vernetzung. Um das Gesagte zu verdeutlichen, möchte ich die für den Sozialraum entwickelten und zurzeit angebotenen Projekte kurz beschreiben.
• Offene Elterngruppe: Einmal monatlich findet ein offener Elterntreff statt, den zwei Träger in Kooperation anbieten. Die Eltern können bei einem gemeinsamen Frühstück aktuelle Themen ansprechen oder das Gespräch mit den Pädagoginnen suchen. Dieses Angebot ist entstanden, weil immer wieder Eltern, bei denen eine Hilfe beendet worden ist, diese Form der »Nachbetreuung« eingefordert haben. Das Angebot ist für alle Eltern offen. • Jungengruppe für die zehn- bis 14-Jährigen: Einmal wöchentlich treffen sich Jungen, die Hilfe zur Erziehung in Form eines Erziehungsbeistandes oder im Rahmen einer Sozialpädagogischen Familienhilfe erhalten. Hier haben sie die Möglichkeit, sich mit den Freunden zu treffen, die nicht in die Hilfe einbezogen sind. Die Jungen sind meistens nicht in andere Gruppen oder Vereine eingebunden. • Jungengruppe für die 14- bis 16-Jährigen: Hier treffen sich einmal in der Woche überwiegend russlanddeutsche Jungen, die durch massive Zerstörungen im Sozialraum aufgefallen sind. Die Eltern dieser Jungen würden keine Anträge auf Hilfe zur Erziehung stellen, weil sie mit dem Jugendamt nichts zu tun haben möchten. Diese niedrigschwellige Form findet Akzeptanz. • Mädchengruppe: Die ca. 13- bis15-jährigen Mädchen treffen sich einmal wöchentlich. In die Gruppe sind Kosovo-Albanerinnen integriert, die in der Hauptschule von Mitschülerinnen abgelehnt worden sind, weshalb es immer wieder zu Problemen kam. • Offene Sprechstunde: Einmal wöchentlich bietet ein Träger in den Abendstunden eine Sprechstunde an. Sie wird von den Grevener Bürgerinnen genutzt, die nicht zur Erziehungsberatungsstelle oder zum Jugendamt möchten, sondern ihr Anliegen erst einmal »niedrigschwelliger« und ohne Terminabstimmung besprechen möchten. • Reitprojekt: Für Kinder zwischen acht und14 Jahren findet einmal wöchentlich ein Reittreff auf dem Hof des Standprojektes statt. Hier werden Kinder betreut, die sonst nicht in eine Gruppe integriert werden können, von in den Schulen als extrem auffällig bekannt sind, aus schwierigen sozialen Milieus kommen und vielfach belastet sind. Die
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