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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 8 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Zur Einführung
ge Abstimmung ist möglich, weil sie von einem Träger sozusagen
»aus einer Hand« organisiert werden. Bertsch und Böing verweisen
auf die Fruchtbarkeit des systemischen Denkens in der Heimerziehung. Herchenhan und Heppel machen uns mit einem neuen Verfahren zur Abklärung des Hilfebedarfs und der Auftragsfestlegung bekannt. Aus dem Beitrag von Buggenthien können wir einiges über die
Sozialpädagogische Familienhilfe und ihre Verbreitung durch flankierende Angebote der Sozialen Gruppenarbeit, Erziehungsbeistandschaft und der Familientherapie erfahren. Die in den letzten Jahren
sich in der Jugendhilfe sprunghaft ausbreitende Aufsuchende Familientherapie wird von Reiner et al. vorgestellt. Der dritte Teil wird durch
einen Beitrag aus dem Wenger Mühle Centrum (Wnuk-Gette et al.) abgerundet, in dem der standartmäßige und kontinuierliche Einbezug
der ganzen Familie zumindest der Eltern in den Hilfeprozess als
grundlegende Perspektive herausgearbeitet wird.
Im vierten Teil erfahren wir etwas über Lernende Organisationen
und Menschen im Jugendhilfebereich: Die Wissensvermehrung des
Jugendamtes über den sozialen Raum durch Jugendhilfeplanung und
die dabei durch Partizipationsprozesse stattfindende Veränderung der
Jugendhilfenutzerinnen (Herrmann) und die Implementierung des
systemischen Ansatzes in einer Jugendhilfeeinrichtung (Kühling).
Ich möchte meine persönliche Bilanz dieser Beiträge in fünf Punkten zusammenfassen:
1. In der Jugendhilfe wird besonders deutlich, dass Soziale Arbeit
schon immer zentrale systemische Perspektiven verwendet,
ohne sie in vielen Fällen theoretisch als solche zu benennen.
2. Die Familie bleibt weiterhin das wichtigste System der Sozialisation und Enkulturation, allerdings in den unterschiedlichsten Variationen. Der systemische Ansatz ermöglicht es, die Familie mit ihren Umweltsystemen in einen systematischen Zusammenhang zu bringen, was sich im konkreten Handeln als
strukturstiftend und orientierungsfördernd erweist.
3. Sozialraum-, Alltags- und Lebensweltorientierung als wichtige
Begriffe der Sozialen Arbeit sind problemlos mit dem Systemkonzept zu verbinden. Dadurch entsteht der Blick auf Netzwerke als Verbindungsmuster von Menschen, Einrichtungen, Institutionen, Räumen, Zeitperspektiven und Ideen. Das Jugendamt ist in den kommunalen Netzwerken der Jugendhilfe ein
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