2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/518.md

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alle bewussten, auf die Gesundheit zielenden Maßnahmen
wie Gesundheitsförderungsprogramme und Anleitungen
zum richtigen Verhalten ziemlich wirkungslos.
Der Blick aufs Ganze
Deshalb muss eine Intensivierung des Denkens darüber
vorgenommen werden, welche Forderungen gestellt
werden, damit Chancengerechtigkeit wirksamer hergestellt
werden kann; und zusätzlich, dass über den Sinn
bestimmter Systeme der Verteilung neu nachgedacht wird.
Bisher werden Forschende gefragt: Wie wird die
Ausbildung von Schülerinnen und Schülern effizienter? Wie
werden Ungleichheiten in der Bildung verringert? Wie
werden Lernwege verkürzt?
Überlegungen zu diesen Fragen sind natürlich sinnvoll,
aber auch häufig sehr kurz gegriffen. Aus der Perspektive
des MpR heißt das, es muss immer auch danach gefragt
werden, wie die Umwelt beschaffen ist, in der die
Individuen handeln, und nach welcher Logik sie sich
entwickelt. Die Logiken sozialer Systeme passen nicht
immer zu dem, was für einen einzelnen Menschen sinnvoll
ist oder was für eine Gesellschaft im Ganzen zu wünschen
wäre. Manchmal ist auch subjektiv sinnvolles Handeln in
gesellschaftlicher Hinsicht nicht sinnvoll. Auf solche
Situationen trifft die Debatte über Sozialisation häufig:
Wenn eine Jugendliche sich gut ausbilden lässt, um
hervorragend auf Selektions- und Allokationsprozesse
vorbereitet zu sein, riskiert sie damit den Wert des
jugendlichen Moratoriums, weil Zeit fehlt, die in
Konkurrenz- und Statuskämpfe investiert wird. Mehr noch,
sie treibt damit die Standards für die Übernahme von
beruflichen Positionen immer weiter in die Höhe.
Unfreiwillig wird auf diese Weise unfreiwillig die
Ausgangsposition verschlechtert, Konkurrenz und
Positionierungskämpfe setzen immer früher ein.