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Bedingungen sind, in denen ein Habitus handeln muss,
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desto sicherer kann ein Mensch agieren.
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Es ist in diesem Buch schon anderer Stelle
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hervorgehoben worden, dass Bourdieus Denken häufig
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vorgeworfen wurde, dass es zu »deterministisch« sei. Dies
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meint für die Frage des Lebenslaufs, dass die Entwicklung
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durch Strukturen festgelegt ist und Freiräume kaum
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vorhanden sind. Bourdieu selbst argumentiert dagegen,
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indem er darauf verweist, dass sich die sozialen
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Bedingungen, unter denen einmal ausgeprägte Habitus
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zum Einsatz kommen, von denen unterscheiden, in denen
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diese Habits entstanden sind. Der Habitus muss sich also
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permanent auf neue Lebenswelten einstellen. Es gibt keine
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Stagnation, sondern der Wandel ist in die Theorie des
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Habitus von Beginn an »eingebaut«. Für das zehnte Prinzip
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zum Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen hat
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dies wichtige Konsequenzen. Jede Generation erlebt seit
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mehreren Jahrhunderten veränderte Lebensbedingungen.
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Von Kriegen über die Veränderung von Herrschafts- und
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Regierungsverhältnissen bis zu den technischen
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Revolutionen der vergangenen 250 Jahre (also von der
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Dampfmaschine bis zum digitalen Zeitalter) zeigt die
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historische Entwicklung ein Dauerkonjunktur des Neuen.
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Auch wenn man nicht historisch, sondern nur auf die
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Jetztzeit schaut, fällt auf, dass in einem einzelnen Land und
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in einer einzelnen Epoche die Lebensbedingungen niemals
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gleich sind. In allen Gesellschaften zeigen sich zu jedem
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Zeitpunkt ganz unterschiedliche Lebensrealitäten parallel
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bzw. nebeneinander. Es gibt traditionelle Lebensumfelder,
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regionale Unterschiede, geschlechtliche Disparitäten und
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vor allem ökonomische und soziale Ungleichheiten, die die
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Lebensläufe von Menschen entscheidend beeinflussen.
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Für jeden einzelnen Menschen besteht die
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Herausforderung in jeder Lebensphase darin, sich
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dauerhaft auf Ungewissheiten und Unwägbarkeiten mit
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ihren positiven und negativen Überraschungen
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