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Zumal gerade aus der Perspektive der Krisenbearbeitung
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deutlich wird, dass seit zehn Jahren die sozialen Medien
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aus den sozialen Bewegungen weltweit nicht mehr
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wegzudenken sind.
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Die Semantiken der Krise
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Heute werden Reaktion auf etwas gezeigt, was als Krise
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zumeist medial erfahren wird. Menschen reagieren auf
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einen bestimmten Filter, durch den globale Entwicklungen
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gespiegelt werden. Diese Filter legen durchgehend nahe,
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dass globale Krisen durchlebt werden – obwohl dies nicht
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immer stimmt. Von einer Finanzkrise in Deutschland wird
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noch heute gesprochen, obwohl selbst in den
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Krisenjahren 2007 bis 2009 in Deutschland keine
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Auswirkungen auf die Lebensqualität festzustellen waren.
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Im Gegenteil, Lebensqualität und Konsum sind in dieser
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Zeit sogar gestiegen. Dagegen machen uns Bilder Angst
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und auch Krisenberichte, ohne dass konkrete Anlässe in
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unserer Alltagswelt dafür zu finden sind. Analytisch
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gesprochen sind es »Semantiken« (also über
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Kommunikation vermittelte Bedeutungen) der Krise und
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diese sind durchaus wirksam, vor allem in den
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Jugendmilieus. Es wird also über Krisen gesprochen und
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das, was medial kommuniziert wird, kommt als
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Krisendiagnose an.
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Gleichzeitig wird deutlich, dass die Häufigkeit der
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Diskurse über Krisen und ihre Intensität in gewisser
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Hinsicht abhärtend wirken und desensibilisieren.
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Jugendliche Lebenswelten sind ohnehin stark dominiert von
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Konkurrenz und Konsum. Es bleibt sehr wenig Zeit für
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vertiefte Auseinandersetzung mit politischen Themen. Aus
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dieser Perspektive ist jede Form der Reaktion auf Krisen
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ein Zeichen dafür, dass Jugendliche sich sorgen. Darum ist
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es wichtig, dass diese Äußerungen wahrgenommen und
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Angebote für eine weitere Auseinandersetzung geschaffen
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werden. Es wäre fatal, wenn Kinder und Jugendliche mit
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