2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/502.md

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einer Erwachsenengesellschaft ab. In diesem Fall genügt
das, um zu erkennen, dass es sich um etwas
Folgenschweres handelt, wenn zwei Staaten mit Krieg
drohen (und die Medien ein Weltkriegsszenario
beschreiben). Es greift dann die typische
Kommunikationsschablone der sozialen Medien.
Natürlich wurden viele dieser »WW3«-Memes von
besorgten Jugendlichen versendet, aber ironisch gebrochen
und wenn auf diese Ironie mit Ironie geantwortet wird,
wirkt das entlastend. Aber auch hier gilt: Diejenigen, die
überhaupt aktiv sind und sichtbar werden, stellen eine
Minderheit da. Natürlich ist Gewalt und Terrorismus ein
sehr großes Thema unter Jugendlichen. Aber nicht alle
Jugendlichen ticken gleich oder nutzen die sozialen Medien
in der gleichen Häufigkeit. Es finden sich »Digital
Outsiders« und »Digital Natives«, diejenigen, die nur
konsumieren und diejenigen, die Inhalte produzieren. Es
äußern sich nicht die klassischen bildungsnahen Milieus, es
sind aber nicht die abgehängten Gruppen. Es sind in
gewisser Weise neue und experimentelle Schablonen einer
Jugendkultur, die zwischen Konsum und Hedonismus, aber
auch Interesse und Beteiligung hin und her pendeln.
Das zunehmende Interesse an Politik fällt zusammen mit
dem abnehmenden Vertrauen in die Vertreterinnen und
Vertreter der politischen Repräsentation in der analogen
Epoche. Das Smartphone ist historisch gesehen das
Scharnier zu neuen Formen der Beteiligung. Einer älteren
Generation ist das nicht unmittelbar verständlich. Die
Inhalte der Memes aber nur als oberflächliche
Kommunikation abzutun, ist zu einfach. Immerhin ist es das
erste Mal seit langer Zeit, dass Themen wie Krieg nicht nur
in einer politisch hoch motivierten Öffentlichkeit artikuliert
werden (oder von Jugendlichen, die selbst zumeist aus
Elternhäusern stammen, die politisch motiviert sind). Diese
massenweise Verbreitung dieser Informations- und
Kommunikationsformen ist das wirklich interessante.